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Testbericht Indajani Mei Tai Evolution (Prototyp) (von Natalie Clauss)

Der mexikanische Hersteller Indajani hat mir zum Testen den Prototyp einer neuen Tragehilfe zugeschickt.

Informationen zur Trage und erster Eindruck

Das Logo von Indajani befindet sich mittig auf dem Prototypen. Eine Ansicht des Prototyps von Indajani. Es ist eine Tragehilfe in Rosa mit schwarzen Bändern. Sie ist am Bauch zum Schnallen und an den Trägern zum Biinden. Eine Wrap Conversion.

Indajani bedeutet „Wasser, das geboren wurde“ in der Sprache Zapoteco. Die Tragetücher von Indajani werden in Mexiko handgewebt. Auf der Website schreibt der Hersteller, dass ihnen Qualität, sowie Umweltfreundlichkeit und ökologische Aspekte wichtig sind. Sie weisen auf die große Bedeutung der Bindung Eltern und Kind, aber auch der Nachhaltigkeit hin.

Eine Detailaufnahme des Knotens, der gebunden Wrap Conversion. Die Rosatöne des Tuches sind hier gut erkennbar. Die Kopfstütze der Tragehilfe.

Ich durfte für Indajani einen Prototypen einer Tragehilfe testen, die so noch nicht erhältlich ist. Es ist also möglich, dass möglicherweise noch etwas an ihr verändert wird. Momentan sind im Shop bereits ein Mei Tai und auch die Full-Buckle-Tragehilfe Evolution erhältlich. Bei der getesteten Tragehilfe handelt es sich um eine Wrap Conversion, die dem ursprünglichen Mei Tai vom System sehr ähnlich ist, hat aber einige Verstellmöglichkeiten und Details des Evolution. Sie passt mit der engsten Stegeinstellung ungefähr ab Gr. 68 und ohne zusätzliche Vergrößerung des Stegs mithilfe der Träger ungefähr bis Gr.80/86. Wie die Tragehilfe preislich liegen wird, steht noch nicht fest, wahrscheinlich zwischen 80€ und 130€. Das ist die momentane Preisspanne bei Tragehilfen von Indajani.

Der konisch geformte Bauchgurt mit abgerundeter Steganpassung.

Die Träger und der Bauchgurt sind an der Polsterung vollständig vom gleichen Tragetuchstoff umkleidet, aus dem auch das Rückenteil besteht. Der Bauchgurt ist konisch geformt, wodurch er eine bessere Gewichtsverteilung ermöglicht. Er wirkt sehr fest und hat vorne eine kleine Tasche für Schlüssel oder Ähnliches. Hinten wird er mit einer Schnalle geschlossen. Die Träger sind teilweise unterpolstert, haben aber ein Stück vernähtes Tuch darunter, sodass sie nach der Polsterung ungefähr in halber Tragetuchbreite aufgefächert werden können. Die Kopfstütze kann mit Druckknöpfen an den Trägern befestigt werden. Alternativ kann ich sie auch einrollen und auch hier mit Druckknöpfen befestigen. Die Breite am Nacken kann ebenfalls angepasst werden. Die seitliche Länge kann durch zwei Gurtbänder angepasst werden. Die Einstellung der Stegbreite erfolgt ebenfalls mit Druckknöpfen, das Band ist dabei in einer leichten Rundung eingenäht. Dadurch verkürzt sie die Länge des Rückenteils automatisch bei kleineren Kindern.

Beim Tragen

Der getragene Prototyp mit aufgefächerten Trägern. Detailaufnahme der Position der Beine meines Sohnes in der Tragehilfe.

Ich habe die Tragehilfe in verschiedenen Varianten mit meinem Sohn, aber auch in den Trageberatungen mit kleineren Puppen ausprobiert. Dabei ließ sich die Tragehilfe sowohl gut bei kleinen Babys, als auch bei meinem Sohn anpassen.

Wenn das Baby noch nicht Gr. 68 getragen hat, konnte ich die Tragehilfe am Steg zusätzlich abbinden und der Rest ließ sich ohne Zusätze anpassen. Schön wäre, wenn weitere Druckknöpfe zum Verkleinern eingesetzt wären. Die rundliche Form zum Verkleinern verkleinert auch direkt etwas die Länge des Rückenteils, was ich sehr praktisch finde.

Der getragene Prototyp mit geschlossenen (nicht aufgefächerten) Trägern. Ich trage meinen  dreijährigen Sohn auf dem Rücken.

Beim Straffen finde ich die Polsterung der Träger etwas steif, sodass es sich nicht optimal an meine Schulterform anpassen ließ. Dadurch hatte ich außerdem einen erhöhten Druck auf den Bauchgurt. Eine weichere Polsterung wäre hier, meiner Meinung nach, besser.

Ansonsten ließen sich die Träger bei meinem Sohn gut über dem Po auffächern, sodass eine bessere Gewichtsverteilung ermöglicht wurde. Dadurch konnte ich auch über einen längeren Zeitraum relativ bequem tragen, einschränkend war für mich lediglich die Festkeit der Trägerpolsterung. Außerdem konnte ich damit den Steg vergrößern, sodass die Tragehilfe auch bei Gr. 92/98 noch sehr gut passend war und hier ist noch Luft nach oben von der Größe.

Ich trage meinen dreijährigen Sohn Noah in der Prototypen Tragehilfe von Indajani. Ich trage ihn auf dem rücken.

Das Auffächern der Träger direkt auf der Schulter ist bei dieser Tragehilfe kaum möglich, da der Tuchstoff vollständig unter der Polsterung vernäht wurde. Wenn die Polsterung anschmiegsamer wäre, würde ich dies aber wahrscheinlich auch nicht machen wollen.

Waschen

Ich persönliche würde die Tragehilfe wegen der Schnalle am Bauchgurt und den Gurtbändern mit Hand waschen. Im Zweifelsfall sollte aber die Waschanleitung des Herstellers beachtet werden.

Fazit

Ich trage meinen Sohn Noah im Wrap Conversion Prototyp von Indajani. Ich trage ihn vorne. Wir stehen vor einem Kornfeld.

Die Tragehilfe hat viele Vorteile, sie hat keinerlei qualitative Mängel. Die Einstellung der Stegbreite ist durch die leichte Rundung sehr praktisch. Schön wären hier noch weitere Druckknöpfe zum Verkleinern. Der Bauchgurt ist sehr bequem. An den Trägern kann die Polsterung noch überarbeitet werden, damit sie sich die Träger besser straffen lassen. Insgesamt ist ein praktisches System, welches die Vorteile von Half-Buckle-Tragehilfen, mit der Schnalle am Bauchgurt und der Armfreiheit durch die vollständig auf der Schulter liegenden gepolstert Träger ermöglicht, und die Vorteile von Wrap Conversions („Tragetuchumwandlungen“) mit den auffächerbaren Trägern unter dem Po des Kindes zur besseren Gewichtsverteilung und zur Vergrößerung des Stegs, sowie der Möglichkeit für verschiedene bequeme Abschlüsse beim Tragen auf dem Rücken, kombiniert. Ich bin sehr gespannt, wann die Trage letztendlich erhältlich ist und ob sich noch etwas verändert wird.


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Über die Autorin
Ein Foto vom Autoren dieses Blogposts: Natalie Clauss

Natalie Clauss, ist Mutter eines Sohnes, Trageberaterin und Stoffwindelberaterin. Im Sommer macht Natalie ihr ergotherapeutisches Examen, sodass anatomische Grundlagen, psychologische Aspekte wie Bindungstheorien und Krankheitswissen, ihre Artikel immer auch fachlich stützen.
Natalie hat Fortbildungen zum Tragen von Frühgeborenen, Kinesio-Taping und Qigong absolviert. Seit einiger Zeit schreibt sie mit Freude in diesem Blog. Hier veröffentlicht sie Testberichte zu Stoffwindeln, Tragetüchern und Tragehilfen, aber auch persönliche Themen sind hier zu finden.


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