Familienbegleitung
Natalie Clauss

Rund um Beikost [Teil 3]: Das richtige Babyessen

erschienen am 

Franziska hat in den ersten beiden Teilen zum Thema Beikost über den passenden Zeitpunkt und die sogenannten Beikostreifezeichen gesprochen. In diesem letzten Teil geht es nun um das richtige Essen für unsere Babys. Was ist denn nun besser - Brei oder Fingerfood? Muss ich Brei füttern? Was darf mein Baby überhaupt essen? Diese und weitere Fragen beantwortet sie im Folgenden. (Natalie)

Was das Baby nun essen soll, da ist die WHO ziemlich unspezifisch. Da das für den Großteil der Menschheitsgeschichte so ganz gut geklappt hat, empfiehlt sie lediglich ab 6 Monaten mehrmals am Tag geeignete Speisen anzubieten, die im jeweiligen Land üblich sind. Die sollen nährstoff- und energiereich sein und von der Beschaffenheit so, dass sie den aktuellen Fähigkeiten des Kindes entsprechen.

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Ob das nun gemust, weich gegart, zum Abschaben mit den ersten Zähnen, vom Löffel, von Mund oder Hand zu Mund gefüttert oder selbstständig gegessen ist, dürfen die Eltern selbst einschätzen.

Eine bunte Pallette verschiedener Lebensmittel.

„Gesund ins Leben“ hält sich weiterhin an den „Brei-Fahrplan“, nach dem verschiedene Breie in bestimmter Abfolge zu den Hauptmahlzeiten etwa monatlich eingeführt werden. (Dieser Plan hat sich in Deutschland lange zur Säuglingsernährung „bewehrt“, allerdings ist das auch die einzige Begründung, dass er weiterhin beibehalten wird. Andere Industrienationen gehen nach anderen Breischemata mit anderen Lebensmitteln vor.)

Dazu soll dem Baby allerdings auch von Beginn an stückige Kost zum selber essen angeboten werden. Und wenn man mal direkt bei der Initiative nachfragt, bekommt man sogar eine ziemlich entspannte Antwort, zum selber Essen lassen „kleiner Breiverweigerer“.

Dass zu der Beikost weiterhin Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung nach Bedarf gefüttert werden soll, da sind sich alle einig. Beim Essen soll eine ruhige, ablenkungsfreie Atmosphäre herrschen, es soll auch zum Essen ermuntert, aber die Hunger- und Sättigungssignale des Kindes berücksichtigt werden.

Also wie auch immer ihr es nun handhaben wollt, für manche Eltern ist es entspannter konkrete Vorgaben zu haben wie den Breiplan und dazu vielleicht noch die Möglichkeit fertige Breimahlzeiten kaufen zu können. Andere fühlen sich wunderbar frei, wenn sie das Baby einfach mit an den Familienmahlzeiten teilhaben lassen und unterwegs einen Snack für alle dabei haben.

Hier sollten aber auch wieder die Bedürfnisse aller möglichst gut zusammen kommen. Dass ein Baby nicht zum Brei essen genötigt wird, weil „Babys eben Brei essen müssen“. Genauso wenig, wie Babys bei babygeleiteter Beikost/baby-led weaning (BLW) nicht auch mal gefüttert werden dürften, wenn sie das möchten oder keine breiigen Speisen essen dürften, sind hartnäckige Missverständnisse.

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Grundsätzlich ist Beikost ein Feld, in dem viel unfundiertes „das haben wir schon immer so gemacht“, mit (Erziehungs-)Dogmen, Wünschen der Eltern nach „guten Essern“, frühem Abstillen etc. aufeinander treffen. Manche Kinder sehen es als lieben Fürsorgedienst, gefüttert zu werden, andere fühlen sich in ihrem Autonomiebedürfnis beschnitten und wollen lieber haben, was alle anderen essen.

Egal, welche Beikostform man wählen möchte oder eine Kombination, macht es Sinn, sich mit dem jeweiligen „Konzept“ noch mal auseinander zu setzen. Dann aber eben wieder bei seinem Kind, dessen individueller Entwicklung und Bedürfnissen zu sein. Und sich mit einer gesunden Ernährung für alle auseinander zu setzen. Denn langfristig isst jedes Kind am Familientisch mit und orientiert sich an unseren Essgewohnheiten.

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