Familienbegleitung
Natalie Clauss

Konkurrenz, Teamarbeit und Glaubenssätze [meine Gedanken]

erschienen am 

Ich habe schon lange keinen persönlichen Artikel mehr verfasst. Gestern erst habe ich gedacht, dass ich auch mal wieder etwas anderes als Buchrezensionen veröffentlichen möchte. Wie passend also, dass mich dieses Thema heute beschäftigt. Ich möchte über meine Gedanken zum Thema Konkurrenz, Kooperation, Teamarbeit und Netzwerk schreiben.

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Vielleicht fragst du dich, was der Anlass dazu ist, denn schließlich hat fast alles irgendeinen Anlass im Außen oder einen (unbewussten) Auslöser in uns selbst.

Ja, so ist es auch hier. Ich hatte Kontakt zu früheren Bekannten, weil ich fragte, ob hier eine Kooperation möglich wäre und ich dort Flyer auslegen könnte. Darauf bekam ich die Antwort, dass dies nicht möglich sei, da sich ein Angebot überschneiden würde und sie damit "die Konkurrenz bewerben würden".

Okay, da musste ich kurz schlucken, damit hatte ich nicht gerechnet.

Ich möchte jetzt etwas weiter ausholen, um zu beschreiben, wie ich früher noch dachte und wie sich meine Denkweise verändert hat.

Wie ich anfing

Am Anfang meiner Selbstständigkeit war ich noch sehr jung. Ich steckte noch mitten in meiner Ausbildung zur Ergotherapeutin und hatte ständig das Gefühl mich behaupten zu müssen. Ich hatte das Gefühl, dass ich ständig beobachten und bewertet wurde. Ich war erst 21, als mein Sohn geboren wurde und wollte es allen beweisen, wie gut ich alles schaffen konnte.

Detailaufnahme eines Schachbretts mit einer umgefallenen Königsfigur.

Nach meiner Ausbildung zur Trageberaterin machte ich mich selbstständig und wollte mich abheben. Ich wollte etwas bieten, ich wollte besser sein. Wie eigentlich schon immer in meinem Leben. Ich wollte immer die Beste sein. Tja, dass es darum aber gar nicht geht, verstand ich erst viel später.

Ich suchte nicht immer den Kontakt zu anderen Selbstständigen, ich wollte doch eher alles alleine schaffen und mir beweisen, dass ich Hilfe und Unterstützung nicht notwendig habe. Jedoch auch darum geht es nicht. Und es ist nicht einmal sinnvoll.

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Aber wie gesagt: Ich war sehr unerfahren. Und vor allem war ich geleitet durch meinen eigenen Druck, meine eigenen Glaubenssätze, es immer besser machen zu müssen und Hilfe bloß nicht anzunehmen. Diese innere Haltung steckt sehr tief in mir. Wie bei vielen, vermute ich. Allerdings möchte ich hier nicht übermäßig auf die Erziehung und die inneren Antreiber eingehen.

Doch damit möchte ich nicht rechtfertigen, dass ich mich vielleicht nicht immer fair verhalten habe: Es tut mir leid!

Mein Denken verändert sich

Es ging also viel um Konkurrenz, darum sich zu behaupten. Dieses Konkurrenzdenken ist sehr verbreitet. Ich denke, dass es einige Bereiche gibt im Wirtschafts- und Finanzsektor, wo es absolut an der Tagesordnung ist und auch dort ist ebendieses Denken nicht weniger schädlich als im sozialen Bereich. Gerade im sozialen Bereich ist es überhaupt nicht sinnvoll. Was bitte ist daran sozial?

Immer wieder habe ich an meinen inneren Glaubenssätzen gearbeitet und so tue das noch bis heute. Indem ich sie hinterfrage, mich dabei erwische, wie sie mich leiten und sie gezielt umprogrammiere. Das ist ein langer, schwieriger Prozess. Doch es lohnt sich. Es tut gut. Ich bin mehr bei mir. Damit setzte ich mich weniger unter Druck.

Was wirklich wichtig ist

Das, was mir Spaß macht, das mache ich. Das, was mich interessiert. Das, worin ich Bestätigung erfahre. Ich bin bei mir. Ich bin weniger im Außen. Ich schaue weniger auf andere.

Natürlich ist das nicht ganz wahr, denn ich schaue auf sie. Alledings mit mit einem veränderten Blick. Andere sehe ich nicht mehr als Konkurrenz, sondern als Teampartner, als Netzwerk. Als ein Netzwerk, in dem wir uns nur ergänzen können. Mit unserem Wissen. Mit unseren Erfahrungen. Mit unseren Kapazitäten. Und schließlich auch mit unseren unterschiedlichen Persönlichkeiten.

Detailaufnahme einer Hand, die ein Puzzleteil in der Hand hält.

Niemand nimmt jemand anderem etwas weg und niemand muss besser sein. Beweisen muss ich mich nicht. Ich muss nur ich sein. Und ich darf ich sein. Ich darf mir das erlauben.

Dass das ausreicht, habe ich gemerkt. Ich muss nicht 100% geben, denn auch 70% reichen vollkommen aus. Dabei bin ich mit meiner ganzen Leidenschaft dabei. Ich liebe meine Arbeit, denn es ist für mich viel mehr als nur Arbeit. Genau das merken meine "Kunden". Diese Bezeichnung finde ich total blöd, denn wir begegnen uns auf Augenhöhe. In einer sensiblen Phase. Da klingt das für mich nicht sonderlich passend.

Es ist so wunderbar, was für tolle Frauen ich mittlerweile kennenlernen durfte. Frauen, die alle für ihre Arbeit brennen. Die alle mit Leidenschaft tun, was sie tun möchten. Und dabei können wir uns ergänzen.

Jetzt denkst du vielleicht: Schön und gut, die bieten ja aber auch nicht das Gleiche an, sondern haben alle andere Angebote? Ja und nein. Es gibt auch einige Frauen, die ähnliche oder gleiche Angebote haben. Doch auch hier finde ich, dass wir uns ergänzen. Genau so, wie ich es oben schon beschrieben habe. Es gibt natürlich Faktoren, die das beeinflussen und beispielsweise die Sichtbarkeit und Bekanntheit erhöhen. Doch im Wesentlichen passen "Kunde" und "Anbieter" ganz gut zusammen, sodass es ein Arbeiten auf einer Wellenlänge, auf einer Ebene geben kann.

Detailaufnahme von Zahnrädern

Außerdem finde ich gerade den fachlichen Austausch auf einem Themengebiet sehr anregend und kann den Blickwinkel wieder weiten. Ich glaube, wir kennen es alle, dass wir manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Wenn wir lange in einem Bereich arbeiten, entwickeln wir schließlich eine Art Tunnelblick und durch die Gespräche mit anderen können wir auch wieder alles um uns herum wahrnehmen und sehr wertvolle Anregungen daraus gewinnen.

Ein Kreis aus Händen, die übereinander liegen.

Der Versuch einer Zusammenfassung

Ich habe nun also beschrieben, wie es mir erging. Dass ich oft das Gefühl hatte (und manchmal noch habe), mich beweisen zu müssen. Besser zu sein. Ich merke immer wieder, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben, doch genau an dieser Stelle muss sich auch etwas ändern.

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Je mehr ich mich selbst reflektiert und meine Grundannahmen hinterfragt habe, desto mehr kam ich zu mir. Dadurch konnte ich mich gegenüber anderen öffnen. Dadurch konnte ich lernen, wie viel Potenzial in Gemeinschaft, Kooperation und der Arbeit als Team steckt.

"Zusammen sind wir stark." Das wäre wohl der Leitsatz, an dem ich mich in meiner Arbeit orientiere und es geht mir so viel besser damit. Dadurch konnte ich so viel wachsen. Mein (innerer) Stress ist weniger geworden und es macht mir viel mehr Spaß!

Aufnahme von Frauen in der Natur, die Herzen mit ihren Händen formen.

Deine Meinung

Was denkst du zum Thema Konkurrenz und Kooperation? Findest du Konkurrenz wichtig? Siehst du andere als Konkurrenz an? Welche Vorteile hat Konkurrenz vielleicht auch? Wo liegen hingegen die Vorteile von Kooperation?

Deine Meinung und deine Gedanken interessieren mich. Lass mich gerne in einem Kommentar daran teilhaben!

Bildquellen:

Alle verwendeten Bilder für den Artikel habe ich auf unsplash.com herausgesucht. Hier folgt eine genaue Auflistung der Links:

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