Familienbegleitung
Natalie Clauss

After-Baby-Body oder was auch immer das sein soll

erschienen

Ich möchte über ein Thema schreiben, über das ziemlich viel geschrieben wird. Doch das ist nur mein subjektiver Eindruck. Vielleicht stimmt das auch gar nicht.


Aber ich möchte euch von einer anderen Seite berichten, von meiner Seite. Ich war vor der Schwangerschaft im Normalbereich mit meinem Gewicht. Denn ja, es geht in Bezug auf After-Baby-Body doch meist um Gewicht und Figur. Doch in der Schwangerschaft habe ich kaum zugenommen. Es waren kurz vor der Geburt nicht einmal 3kg. Ich durfte mir immer wieder anhören, dass ich doch zunehmen müsste und ich Rücklagen für das Stillen bräuchte, etc. Ich hätte gerne zugenommen, ich aß gut und doch nahm ich nicht zu. Es war einfach so. In der ersten Zeit hatte ich wegen der vielen Übelkeit sogar abgenommen. Insgesamt hatte ich also faktisch abgenommen, denn das Gewicht was ich zugelegt hatte, war lediglich das Gewicht meines Kindes. Dazu kommen aber noch Fruchtwasser und Plazenta, was an Gewicht gar nicht unerheblich ist. Nach der Geburt hatte ich daher sofort 5kg weniger als vor der Schwangerschaft.

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Mit dem Stillen und dem zusätzlichen Stress, der mit einem Neugeborenen häufig einhergeht, habe ich weiter abgenommen. An meinem Tiefpunkt hatte ich fast 15kg weniger als vor der Schwangerschaft und war damit untergewichtig. Dabei aß ich und aß und aß… Ich konnte so viel essen, wie ich wollte, es half nicht. Irgendwann ging ich zum Arzt, der alle organischen Ursachen ausschloss. Damit war ich genauso schlau wie vorher. Mir wurde oft gesagt, dass ich zu dünn sein und mehr essen müsse. Ich wurde mit Tipps und Ratschlägen überhäuft. Alle meinten, mir helfen zu müssen und es besser zu wissen als ich. Ich in meinem Körper. Doch, was sollte ich damit? Ich tat schon alles um etwas zuzunehmen, doch es gelang mir einfach nicht. Innerhalb des ersten Jahres schaffte ich es immer mal wieder ein paar Kilo zuzunehmen, doch kaum kam die nächste stressige Phase, waren sie auch schon wieder runter. Bei nahezu gleichem Essverhalten. Ich schämte mich für meinen Körper und dafür, dass viele andere Mütter dachten, wie gut ich es doch habe. Doch das ist nicht wahr! Ich musste mich teilweise zum Essen zwingen, weil ich wusste, dass ich sonst weiter abnehmen würde. Es war ein Kampf.

Mittlerweile ist es besser geworden. Ich habe ein wenig zungenommen und habe das Gefühl, dass ich das Gewicht halten kann. Genau sagen kann ich das natürlich nicht, weil wir keine Waage besitzen. Die Kiloangaben habe ich nur durch Gewichtskontrollen beim Arzt erhalten. Doch ich glaube, dass das bei mir stressbedingt ist. In der letzten Zeit habe ich weniger Stress. Mein Sohn schläft jetzt meistens durch, was es für mich (und meinen Mann) deutlich einfacher macht.

Was ich euch hiermit zeigen wollte ist, dass es auch andersherum nicht einfach sein kann. Mein Beispiel macht wieder einmal deutlich, wie vorschnelles Urteilen vollkommen neben der Wahrheit liegen kann. Lasst euch nicht stressen von diesem ständigen Sich-kontrollieren-müssen und Perfekt-sein-müssen. Zum einen Ohr rein zum anderen raus, denke ich mir mittlerweile. Wenn ihr euer Kind später fragt, wie die perfekte Frau aussieht, wird es immer sagen: „Wie Mama!“ und ein schöneres Kompliment gibt es nicht!

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