Familienbegleitung
Natalie Clauss

Die Sache mit dem Geburtstermin

erschienen

Jede Schwangere bekommt ihn in den Mutterpass eingetragen: den errechneten Geburtstermin, kurz ET. Und viele Erwartungen, Hoffnungen und Vorfreude werden an dieses Datum gehängt. Vielleicht kommen mit dem Näherrücken dieses Termins auch die Ängste um die Geburt. Doch was sagt dieses Datum überhaupt aus?

Wie wird der ET berechnet? Wovon ist der Geburtstermin abhängig?

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Eine normale Schwangerschaft dauert im Schnitt 280 Tage, also 40 Wochen. Berechnet werden diese 40 Wochen ab dem ersten Tag der letzen Regelblutung. Jedoch dauert sie eben nur im Durchschnitt 280 Tage. Jede Geburt 3 Wochen vor oder 2 Wochen nach diesem errechneten Termin wird noch als "regelrecht" angesehen. Sie liegt also im ganz normalen Rahmen. Doch warum ist die Dauer einer Schwangerschaft sogar bis zu 5 Wochen unterschiedlich? Und woher kommen diese Schwankungen?

Zunächst ganz einfach: Jeder Körper ist unterschiedlich und ja, auch jedes Kind ist unterschiedlich. So kann die Schwangerschaftsdauer einer Frau sogar von Kind zu Kind anders sein. Andere Faktoren, die selten in der Berechnung des Geburtstermins berücksichtigt werden, sind die Zykluslänge, das tatsächliche Datum des Eisprungs und der Befruchtung, sowie individuelle genetische Faktoren ebenso wie Umweltfaktoren.

Manche Frauen haben grundsätzlich einen sehr unregelmäßigen Zyklus, was die Berechnung eines Datums für die Geburt schon sehr schwierig macht. Aber auch sonst ist unser weiblicher Zyklus sehr anfällig für Störfaktoren. Häufig reicht schon etwas Stress aus und wir bekommen unsere Regel etwas früher oder später. Unser Hormonsystem kann leicht beeinflusst werden durch äußere Einflüsse, was sich auch bei und nach der Geburt bemerkbar macht.

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Letztendlich kommen nur ungefähr 5% der Babys tatsächlich an ihrem errechneten Geburtstermin zur Welt. Alle anderen Babys kommen entweder früher oder später. Ich frage mich manchmal, wenn schon die Berechnung so ungenau ist, warum genau wird Frauen dann so ein Druck gemacht? Sobald der errechnete Termin erreicht wird, wird früher oder später immer mehr darüber gesprochen, dass es doch langsam mal losgehen sollte. Das Thema Einleitung wird immer präsenter. Nur, solange es Mama und Baby gut geht, warum?

Manche Babys brauchen etwas mehr Zeit als andere, ohne dass es nach der Geburt irgendwelche Anzeichen für Schwierigkeiten geben würde. Ich spreche hier nicht von Fällen, in denen eine Einleitung wirklich medizinisch notwendig ist!

Und auch eine Geburt kann sich wieder je nach emotionaler Situation der Frau verzögern oder vielleicht auch schon mal früher einsetzen. Es gibt Berichte aus Kriegsgebieten, in denen Frauen bereits Geburtswehen hatten, die Geburt jedoch plötzlich stagnierte, als sie sich nicht mehr sicher fühlten und ihr Kind erst einige Tage später zur Welt kam. Eine natürliche Geburt braucht Sicherheit. Doch bei all dem Druck ist das manchmal gar nicht so einfach entspannt zu bleiben.

Warum definieren wir also nicht lieber einen Geburtszeitraum statt eines, wohl gemerkt geschätzten, Geburtsdatums? Wäre damit nicht allen Seiten der Druck genommen?

Bildquelle:

Das Titelbild kommt von pixabay.com.

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