Familienbegleitung
Natalie Clauss

Fragen zum Tragen - Teil 2

erschienen letzte Änderung

Was ziehe ich meinem Kind zum Tragen an?

Ganz allgemein gesagt, zählt die Tragehilfe oder das Tragetuch als zusätzliche Schicht, entsprechend sollte vor allem am Oberkörper eine Kleidungsschicht weniger angezogen werden. Sind die Arme des Kindes beim Tragen nicht mehr in der Tragehilfe oder dem Tragetuch weil dein Kleines genug Rumpfkontrolle besitzt und es dies lieber hat, gilt diese Regel nur für den Teil, der wirklich vom Stoff bedeckt ist.

Weiter kommt auch deine Körperwärme hinzu. Erfahrungsgemäß ziehen die meisten Eltern ihre Babys beim Tragen zu warm an. Die Temperatur kann im Nacken oder besser noch zwischen den Schulterblättern gut kontrolliert werden.

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Die Füße und der Kopf sollten besonders im Winter gut warmgehalten werden. Für die Füße eignen sich hier besonders gut >Wollwalkschuhe>. Außerdem empfehle ich elastische Hosen wie Strumpfhosen oder Hosen ohne Füße. Strampler können ebenfalls gut genutzt werden, hier eignen sich aber Strampler in einer Nummer größer besser. Beim Tragen wird die Kleidung deines Kindes nämlich etwas nach oben gezogen, sodass dies bei engen, unelastischen Stoffen die Ferse nach oben ziehen und damit für den Tragling unangenehm sein könnte.

Darf ich mein Kind auch mit Gesicht nach vorne tragen?

Die Empfehlung ist ganz klar: Nein. Betrachte ich die Anatomie eines Neugeborenen ergibt sich dies von alleine. Die Wirbelsäule richtet sich erst mit der zunehmenden motorischen Entwicklung vollständig auf, daher sollte besonders am Anfang eine Rundung des Rückens in einer Trage ermöglicht werden. Wird nun aber ein Baby fest an seine Mama gebunden mit Gesicht nach vorne, ist die Rundung schlicht nicht mehr möglich, im Gegenteil, es kommt zu einem Hohlkreuz.

Des Weiteren haben Neugeborene noch nicht die Fähigkeit sich vor Reizen zu schützen. Sie wenden sich ihnen zu, obwohl sie womöglich schon überreizt sind. Werden sie mit Gesicht nach vorne getragen, haben sie keine Rückzugsmöglichkeit und die vielen Reize können kaum verarbeitet werden. Mit Gesicht zum Tragenden kann dein Baby immer noch alles sehen, kann sich jedoch auch jederzeit ankuscheln. Die Reizdichte ist hierbei für dein Kind deutlich geringer.

Sind Tragetücher für Neugeborene besser?

So ganz allgemein lässt sich die Frage nur schwer beantworten. Tragetücher passen sich, richtig gebunden, optimal an den Tragenden oder die Tragende an und bewirken damit eine optimale Stützung. Aber mittlerweile gibt es auch sehr viele Tragehilfen die eine ergonomische Haltung für das Baby, aber auch für die Eltern ermöglichen. Hier gilt, dass die Tragehilfe richtig eingestellt und angelegt sein muss, ähnlich wie das Tragetuch richtig gebunden sein muss.

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Außerdem ist wichtig, dass die Tragehilfe zu der Statur und den Bedürfnissen der Eltern passt, da sich sonst eventuell Verspannungen bilden könnten. Weiter sollte sie natürlich auch mit dem Baby passen. Auch das Unwohl-Fühlen mit einer Tragehilfe oder auch einem Tragetuch macht sich bemerkbar und überträgt sich als Stress womöglich auf das Neugeborene. Hier gilt es eine passende Tragemöglichkeit zu finden, mit der sich alle wohl fühlen.

Warum schreit mein Kind, wenn ich es ablege?

Zunächst: Nicht jedes Kind schreit, wenn es abgelegt wird, es kommt aber doch relativ häufig vor, weshalb die Frage regelmäßig gestellt wird. Ein Baby hat, wenn es zur Welt kommt, im Idealfall zehn Monate im Bauch der Mutter verbracht, wo es die ständige Nähe und Enge der Mutter gespürt hat. Es wurde ständig geschaukelt, durch jede Bewegung.

Bei Menschenkindern handelt es sich um sogenannte physiologische Frühgeburten, was das genau bedeutet habe ich hier auführllicher beschrieben, aber kurz gesagt heißt es dass sie noch nicht vollständig „reif“ sind bei ihrer Geburt.

Außerdem sind die Menschen weder Nesthocker noch Nestflüchter, sondern tatsächlich Traglinge wie es die Biologie beschreibt. Dies kannst du hier in einem anderen Blogartikel genauer nachlesen.

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Nun ist es auch nicht verwunderlich, dass sich ein Baby lautstark beschwert, wenn es nicht bei seiner Mama ist. Es weiß nicht, dass sie in der Nähe ist. Da sich Gene nicht so schnell (innerhalb von ein paar hundert Jahren) weiterentwickeln, die sagen, „Ich bin sicher, auch wenn ich Mama gerade nicht sehe, höre oder spüre“, wird es deutlich, warum sich viele Babys nicht ablegen lassen. Am Lagerfeuer war es gefährlich vergessen zu werden.

Hier verweise ich gerne auf das Buch artgerecht von Nicola Schmidt und Julia Dibbern, welches diesen Aspekt gut erläutert. Es ist bspw. erhältlich bei Natürlich Familie*.

Geht es nicht schneller eine Tragehilfe anzulegen als ein Tragetuch zu binden?

Prinzipiell ist es so, dass es mehr Übung erfordert ein Tragetuch zu binden, da es deutlich mehr Schritte und gerade das Straffen für viele am Anfang mühselig erscheint. Doch ist dieser Prozess routiniert, geht das Binden eines Tragetuchs sehr schnell. Letztendlich empfindet es aber auch jeder etwas anders. Einige berichten mir, dass es besonders auf dem Rücken schneller geht das Tuch zu binden als die Tragehilfe anzulegen. Andere berichten es genau umgekehrt.

Hier gilt also wie beim allem: Übung macht den Meister. Je regelmäßiger eine Bindeweise gebunden wird oder eine Tragehilfe angelegt wird, desto schneller geht es. Wichtig ist, dass du dich damit wohl fühlst.

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