Familienbegleitung
Natalie Clauss

Kinderkrankheiten - Ängste, Sorgen, Kuschelzeit

erschienen letzte Änderung

Ich habe das Gefühl diesen Winter hört es gar nicht mehr auf. Kaum sind wir eine Woche mal alle gesund, schon wird wieder einer von uns krank. Und wie das so ist, meistens ist es unser Sohn. Wenn ich ihn schon wieder husten höre, ertappe ich mich bei dem Gedanken: „Bitte nicht schon wieder!“.

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Doch weil es meist nicht bei Husten bleibt, kommt auch diesmal wieder das Fieber. Das heißt dann mal wieder, in die Krippe gehen kommt überhaupt nicht in Frage. Doch wer bleibt zu Hause? Wie bekommen wir das organisiert, dass keiner von uns viel verpasst, sodass es zu Schwierigkeiten kommen könnte? So wird jeder Krankheitstag auch zu einer Organisationsfrage. Und mit dabei sind immer die Sorgen um unseren Sohn. Mir ist bewusst, dass Fieber hilft und der Husten bald vorbei gehen wird und doch sind die Sorgen immer da. Die Krankheit des eigenen Kindes auszuhalten, finde ich viel schlimmer, als eigene Krankheiten zu überstehen. Ich frage mich, ob ich etwas falsch gemacht habe, obwohl das überhaupt keinen Sinn macht und es niemanden gibt, der in so einem Fall die „Schuld“ trägt.

Krankheiten kommen und gehen und sie gehören nun einmal zum Leben dazu. Er geht zudem in die Krippe, wo jede Woche wieder andere Krankheiten an der Pinnwand stehen, welche dort gerade herumgehen. Alles nehmen wir nicht mit, aber von allem verschont bleiben wir eben auch nicht. Jetzt sind wir wieder eine Woche zu Hause. Gestern hatte mein Mann frei, heute habe ich Klausur geschrieben und bin danach direkt nach Hause gefahren, damit mein Mann auf die Arbeit konnte. Die nächsten Tage werde ich zu Hause bleiben. Es ist nicht leicht für mich, weil mir dann der Ausgleich fehlt. Dafür bringt mein Mann ihn abends ins Bett, so habe ich etwas Zeit für mich. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe zum Beispiel Zeit diesen Artikel zu schreiben. Schreiben hilft. Ich merke, wie dabei meine Anspannung sinkt. Ich bin weniger gereizt, konnte ich doch alles einmal heraus lassen, was mich stresst.

Mit meinem Sohn zu Hause zu sein hat aber auch seine sehr schönen Seiten, auch wenn es er krank ist. Wir kuscheln dann viel und machen ausgiebige Spaziergänge im Tragetuch. Auch wenn es kalt ist, wir ziehen uns warm an und ab geht’s nach draußen. Es tut uns beiden gut. Drinnen ist die Situation oft so festgefahren, dass wir beide einfach mal raus müssen. Das geht an der frischen Luft am besten. Die Bewegung tut mir gut und baut Stress ab. Wenn ich sehr gestresst bin, laufe ich meist ziemlich schnell los und werde dann zunehmend entspannter und laufe etwas langsamer.

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Wir genießen die Natur und die Ruhe. Auch mein Sohn kann draußen runter kommen. Zum langen Laufen ist er krank meistens zu schwach, weshalb ich ihn gerne trage. Dabei kuscheln wir auch automatisch, was uns beiden gut tut. Nach einem solchen Spaziergang ist die Situation zu Hause schon ganz anders. Ich bin gelassener und auch mein Sohn konnte wieder Kraft tanken. Er darf dann entscheiden, was wir zusammen spielen. Schließlich ist er mit mir rausgegangen, was ich gerne wollte, nun hat auch er das Recht eine Entscheidung für uns zu treffen.

Und irgendwann ist er auch wieder gesund und ich stelle fest, dass uns die gemeinsame Zeit gut getan hat. Unsere Bindung wächst und wächst und ich glaube, dass wir alles zusammen schaffen können!

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