Familienbegleitung
Natalie Clauss

Testbericht Storchenwiege Carrier

erschienen

Den Storchenwiege Carrier habe ich nun schon einige Zeit in meinem Sortiment. Von meinen Erfahrungen mit diesem, möchte ich hier berichten. Mittlerweile gab es einige kleinere Änderungen, auf die ich im Artikel auch eingehen werde.

Über den Hersteller und die Trage

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Storchenwiege ist ein deutscher Hersteller, welcher 1996 von Günter Schwartzer gegründet wurde. Er selbst ist Textilingenieur und entwickelte ein eigenes Tragetuch nach der Geburt seiner ersten Enkelin, die viel getragen werden wollte. Ihm war wichtig, dass das Tuch auch größere Kinder tragen kann und ebenso dass es gewisse ökologische Voraussetzungen erfüllt. Mittlerweile wird das Unternehmen von seinen Töchtern geführt und das Sortiment, welches beispielsweise auf der Website zu finden ist, hat sich deutlich vergrößert.

Der Storchenwiege Carrier soll laut Hersteller ab Geburt bis ins Kleinkindalter passen, wobei als Obergrenzen 15kg genannt sind. Meiner Erfahrung nach ist die Tragehilfe jedoch maximal bis Größe 86/92 passend bezüglich der Stegbreite.

Die getestete Trage zählt zu den Half-Buckle-Tragehilfen, das bedeutet sie hat einen Bauchgurt, der mit einer Schnalle geschlossen wird, sowie Träger, die gebunden werden. Es gibt die Tragehilfe mittlerweile auch als Slim-Variante, die für besonders schmale Frauen geeignet ist. Hier wird der Bauchgurt geknotet, wodurch sie zu einer klassischen Mei-Tai-Tragehilfe wird.

Preislich liegt die Tragehilfe je nach Farbe zwischen 93,60€ und 104€. Damit liegt sie im unteren bis mittleren Preisbereich von Tragehilfen.

Storchenwiege Carrier. Detailaufnahme der Stegeinstellung und dem unteren Bereich des Rückenteils. Storchenwiege Carrier. Detailaufnahme des Bauchgurts.

Der Bauchgurt der Tragehilfe ist relativ schmal und nur sehr leicht, aber weich gepolstert. Er ist seitlich am Rückenteil angenäht, sodass am Rückenteil selbst kein Bauchgurt im direkten Sinn vorhanden ist. Das Rückenteil geht länglich noch etwas tiefer als der Bauchgurt. Der Bauchgurt wird mittig mit einer Dreipunktschnalle geschlossen. Das Gurtband, welches bei den neuen Modellen verwendet wird, ist anders als bei meinem Modell, wodurch das Nachziehen leichtgängiger sein soll.

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Die Stegeinstellung erfolgt mit zwei Gurtbändern, die zum Verkleinern seitlich am Bauchgurt angezogen werden. Das hat zur Folge, dass der Bauchgurt mit zunehmender Stegbreite selbst auch größer wird.

Das Rückenteil kann seitlich in der Höhe leicht angepasst werden. In den älteren Modellen wird dabei ein Kordelzug verwendet, das neue Modell hat hier Gurtbänder. Die Kopfstütze ist raffbar und kann mithilfe von Schnallen an den Trägern befestigt werden. An den Kniekehlen ist eine Polsterung vorhanden. Beim neuen Modell ist die Polsterung noch etwas breiter. Die Nackenweite kann mit einem Kordelzug angepasst werden. Hier würde ich aber eher das Abbinden empfehlen, weil sonst ein sehr punktueller Druck entstehen könnte.

Storchenwiege Carrier. Detailaufnahme des Trägeransatzes.

Die Träger sind sehr weich und verhältnismäßig dünn gepolstert. In der Nähe des Trägeransatzes sind sie durch ein Stoffband etwas abgebunden und somit an dieser Stelle schmaler.

Zum Rückentragen kann zusätzlich ein Brustgurt gekauft werden, der in die Träger eingefädelt wird und mit einer Schnalle geschlossen wird. Dieser kostet 7,50€.

Beim Tragen

Storchenwiege Carrier. Ich trage meine neugeborene Tochter vor dem Bauch.

Ich konnte den Storchenwiege Carrier im Test bei den Eltern in meinen Trageberatungen sehen, ihn aber auch selbst mit meinem Sohn und meiner Tochter ausprobieren. Es zeigte sich, dass die Stegbreite bei den Kindern nicht bis 15kg ausreicht, wobei Größenangaben nach Gewicht statt Kleidergröße, wie ich finde, grundsätzlich schwierig sind.

Am Bauchgurt wurde häufig bemängelt, dass sich das Gurtband schwer nachziehen lässt. Dies entspricht auch meiner Erfahrung. Bei der Erneuerung, mit einem neuem Gurtband und veränderter Schnalle, soll dies jedoch deutlich besser gehen. Am Bauchgurt stört mich im Allgemeinen, dass die Länge abhängig ist von der Stegbreite. Bei größerer Stegbreite musste ich die Schnalle vorne schließen, weil mir der Bauchgurt sonst deutlich zu lang war. Hier ist der Bauchgurt des Storchenwiege Carriers in der Slim-Variante, welcher zum Binden ist, sicher eine gute Alternative. Außerdem empfand ich den Stoff des Rückenteils nicht als ausreichend, um den Druck durch den Knoten am Bauch zu puffern. Ich würde kurz nach der Geburt hinten knoten, damit der Knoten nicht in die noch vorhandene Lücke der Bauchmuskulatur drückt.

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Die Träger liegen durch die geringe Polsterung meistens gut an, wodurch die Sicht des Babys nicht eingeschränkt ist. Als mein Sohn schwerer wurde, verteilte sich dadurch der Druck allerdings auch nicht mehr so gut. Beim Rückentragen war der Brustgurt sehr hilfreich, wobei dieser leicht verrutscht, weil er vorher durch die Träger gezogen werden muss. Ein nachträgliches Einsetzen wäre meiner Meinung nach einfacher. Die Nackenweite muss ggf. durch Abbinden angepasst werden. Für kleine Babys ist sonst nicht immer ausreichend Stützung am Kopf vorhanden.

Waschen

Der Hersteller schreibt, dass der Storchenwiege Carrier bei 40 Grad gewaschen werden kann. Ich habe ihn nur mit der Hand gewaschen, wobei keine Probleme auftraten.

Fazit

Storchenwiege Carrier. Detailaufnahme des am Rückenteil aufgenähten Logos.

Der Storchenwiege Carrier kann für kleinere, leichtere Babys eine bequeme Tragehilfe sein. Die Polsterung der Träger liegt gut an, der Bauchgurt ist angenehm weich. Mit zunehmendem Gewicht entstanden bei mir Druckpunkte am Bauch und auf den Schultern, weshalb ich die Trage nicht mehr für längere Trage-Ausflüge nutzte. Insgesamt ist das neue Modell eine deutliche Verbesserung zu dem Modell, welches ich getestet habe.

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