Familienbegleitung
Natalie Clauss

Testbericht Guslenok

erschienen letzte Änderung

Auch in Russland wird gibt es Hersteller für Tragehilfen. Einer davon ist Guslenok. Vor der Testrunde hatte ich ehrlich gesagt noch unbekannt und auch diese Tragehilfe war anders, als die Tragen, die mir bisher bekannt waren. Was das Besondere an der Tragehilfe ist und wie ich sie finde, kannst du im Folgenden nachlesen.

Informationen zur Trage und zum Hersteller

Es war zunächst gar nicht so einfach, Informationen über Guslenok zu bekommen, weil die gesamte Website und auch die Facebook-Seite ausschließlich in russischer Sprache betrieben werden, welche ich nunmal leider nicht spreche. Glücklicherweise hatte ich Hilfe. Schön wäre dennoch, die Informationen zumindest auch auf englisch zu haben.

Werbung

Auf der Website sind insgesamt wenig Informationen zum Hersteller zu finden. So konnte ich lediglich herausfinden, dass er 2009 in Russland gegründet wurde. Übersetzt heißt Guslenok, die deutsche Schreibweise zum Kyrillischen "Гуслёнок", übrigens "Gänseküken".

Preislich liegen die Tragehilfen von Guslenok bei umgerechnet etwas über 50€, was sehr günstig ist im Vergleich zu den hier bekannten Tragehilfen. Bedacht werden sollte, dass dabei jedoch noch Mehrwertsteuer bzw. Einfuhrgebühren und möglicherweise auch hohe Versandkosten hinzukommen. Ich konnte keinen deutschen oder zumindest europäischen Shop finden, der diese Tragehilfen im Sortiment hat.

Laut Hersteller ist die Tragehilfe von 5,5kg bis 20kg nutzbar, was allerdings wenig Aussagekraft hat. Die Tragehilfe gehört zu den Full-Buckle-Tragehilfen. Sie wird am Bauchgurt und an den Trägern mit Schnallen geschlossen.

Guslenok. Detailaufnahme des Bauchgurts Guslenok. Detailaufnahme der Stegbreiteneinstellung innen am Bauchgurt mit Knöpfen

Der Bauchgurt ist relativ breit, aber sehr angenehm weich gepolstert. Die Schnallen zur Trägerbefestigung können durch ein Stoffband an die Stegbreite angepasst werden. Das überschüssige Gurtband der Verschlussschnalle kann durch Laschen gezogen werden, sodass es nicht stört. Die Stegbreite wird bei dieser Tragehilfe mit einer kleinschrittigen Knopfleiste an der Innenseite angepasst.

Guslenok. Detailaufnahme des zweiteiligen Rückenteils

Das Rückenteil besteht aus zwei Teilen, die dreieckig geschnitten sind. Dadurch erinnert die Trage etwas an die Doppelte Kreuztrage mit dem Tragetuch. An den Seiten sind die Stoffstücke mit einem Gummiband teilweise gerafft. Insgesamt scheint sehr viel Stoff am Rücken des Kindes zu sein, doch dazu später mehr. Das Rückenteil kann durch die mitgelieferten Gurtschoner noch etwas verkürzt werden, wenn diese etwas nach unten gezogen werden.

Außerdem wird eine abnehmbare Kopfstütze mitgeliefert, die mit Schnallen befestigt werden kann. Die Kopstütze kann auch eingerollt und mit einem Druckknopf so fixiert werden, dass sie als Nackenrolle dient.

Guslenok. Detailaufnahme der angeklippten Kopstütze. Guslenok. Detailaufnahme des Trägeransatzes.

Die Träger sind ebenfalls weich unterpolstert und verändern sich in der Breite, indem sie erst breiter werden und dann wieder schmaler. Beim Tragen werden die Träger überkreuzt und mit Schnallen am Bauchgurt befestigt. Hierbei gibt es nur eine Verstellmöglichkeit und sie müssen (beim Tragen vor dem Bauch) nach hinten oben nachgezogen werden, was schwierig sein könnte.

Beim Tragen

Ich habe die Tragehilfe sowohl mit meinem fast 4-jährigen Sohn, als auch mit der Toddlerdemopuppe getestet. Bei beiden habe ich allerdings ziemlich ähnliche Erfahrungen gemacht. Einzig war die Stegbreite bei meinem Sohn nicht mehr passend, was ich aber auch nicht unbedingt erwartet hätte.

Guslenok. Ich trage meinen fast 4-jährigen Sohn auf dem Rücken. Guslenok. Ich trage eine Demopuppe vor dem Bauch.

Der Rücken des Kindes war in beiden Fällen leider fast ungestützt. Es befand sich, egal, was ich veränderte und wie ich die Tragehilfe anlegte, sehr viel Stoff am Rücken meines Traglings. Die seitliche und obere Raffung machte dies im ersten Moment etwas besser, konnte dem Gewicht aber nicht standhalten. Hier müsste ich strähnchenweise straffen können, wie es beim Tragetuch der Fall ist, damit es ausreichend fest wird.

Für die Puppe musste ich die Gurtschoner tief hinunterschieben, damit das Rückenteil in einer passenden Höhe endete, was mich aber nicht störte. Den Bauchgurt und die Träger empfand ich in allen Tragevarianten als sehr angenehm, wahrscheinlich aufgrund der weichen Polsterung. Die Träger ließen sich beim Tragen vor dem Bauch leider, wie erwartet, nur sehr schwer nachziehen, weil die Zugrichtung sehr ungünstig ist. Leider waren mir die Träger auch in kürzester Einstellung noch etwas zu lang.

Werbung

Beim Tragen auf dem Rücken gibt es viele Möglichkeiten für das Anlegen der Träger. Ich persönlich empfand sie überkreuzt am angenehmsten. Allerdings erfordern alle Varianten hierbei etwas Übung.

Waschen

Der Hersteller schreibt, dass die Tragehilfe zum Schutz der Farben bei 30 Grad mit Hand gewaschen werden kann. Ich persönlich würde ebenfalls die Handwäsche bevorzugen, habe sie selbst aber nicht gewaschen.

Fazit

Grundsätzlich finde ich die Idee dieser Tragehilfe gut. Es ist mal etwas Neues, dass das Rückenteil aus zwei Teilen besteht. Leider ist viel zu viel Stoff am Kind. Wenn dieser gestrafft werden könnte wie beim Tragetuch, wäre es sicherlich besser, würde aber auch mehr Übung erfordern.

Für mich persönlich war die Trage sehr bequem, auch wenn die Träger etwas kürzer sein könnten.

Insgesamt kann ich die Tragehilfe aber nicht weiterempfehlen, weil das getragene Kind einfach nicht ausreichend gestützt ist.

Freunden von diesem Artikel erzählen
Kommentare
Kommentare konnten nicht geladen werden.

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar verfassen

Hinweis: Die mit einem * gekennzeichnete Eingabefelder sind Pflichtfelder.

{{ response.text }}

Wir verwenden Cookies. Was Cookies sind und warum wir diese nutzen müssen erfährst du hier.