Familienbegleitung
Natalie Clauss

Testbericht Tragehilfe Kokadi Flip

erschienen letzte Änderung

Kokadi gehört mittlerweile zu den bekanntesten deutschen Herstellern für Tragetücher und Tragehilfen in Deutschland, weshalb in meinen Trageberatungen immer wieder nach den Tragehilfen von Kokadi gefragt wird. Nachdem ich schon den TaiTai für euch getestet habe, kommt hier der Testbericht zum Flip.

Informationen zur Tragehilfe und erster Eindruck

Der deutsche Hersteller Kokadi wurde 2010 von Ceyda Temur gegründet. Sie selbst schreibt über Kokadi:

Wir vereinen ökologischen Landbau mit nachhaltiger Produktion, Umweltbewusstsein, Schonung von Resourcen und fairer Entlohnung mit trendigem Design, Eleganz und aktueller Mode.

Seit 2014 gibt es außerdem Pupidu als Schwesterfirma von Kokadi, welche Stoffwindeln, teilweise auch aus den Kokadi-Tragetüchern, herstellt.

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Die Tragehilfe ist, genau wie der TaiTai von Kokadi, in drei verschiedenen Größen erhältlich. Lauft Hersteller passt die Babysize ab Geburt bis ca. Gr. 80, die Toddlersize ab Gr. 74 bis ungefähr Gr. 98 und die letzte Größe, Toddler XL, schließlich ab Gr. 86 bis Gr. 104. Nach meiner Erfahrung war die Stegbreite in Toddlersize bereits bei Gr. 92 nicht mehr passend, sodass ich dann auf die nächste Größe wechseln müsste, wo dann aber das Rückenteil verhältnismäßig wieder sehr lang ist.

Der Kokadi Flip gehört zu den Full-Buckle-Tragehilfen, da sowohl Bauchgurt, als auch Träger, mit Schnallen geschlossen werden. Zwischenzeitlich wurde die Schnalle immer wieder verändert. Ich habe noch die seitliche Schnalle, mittlerweile ist sie zentriert. Die zentrierte Schnalle konnte ich aber in einer anderen Tragehilfen, der Kokadi WrapStar, testen. Daher kann ich meine Erfahrungen übertragen.

Der Neupreis der Tragehilfe liegt, je nach Modell, bei mindestens 129€. Die meisten Modelle liegen jedoch bei 159€ aufwärts. Es gibt sowohl Standardmodelle, als auch limitierte Modelle, welche nur in einer bestimmten Stückzahl zu kaufen sind. Die Rückenteile werden aus den Tragetüchern des Herstellers genäht, sodass fast alle Tragetuchmotive, die neu von Kokadi auf den Markt kommen, auch als Tragehilfe erhältlich sind.

Der Kokadi Flip. Eine Detailaufnahme eines Trägers. Der Kokadi Flip. Eine Detailaufnahme des Bauchgurts.

Die Träger und der Bauchgurt bestehen aus schwarzer kbA-Baumwolle und sind mit Schaumstoff gepolstert. Der Bauchgurt ist sehr fest und stabil. Die Träger sind verhältnismäßig, für eine Full-Buckle-Tragehilfe, schmal. Die Polsterung liegt im Vergleich mit anderen Tragehilfen zum Schnallen im mittleren Bereich, weder übermäßig dick, noch sehr dünn. Die Träger können bei der Babysize ausschließlich am Bauchgurt befestigt werden, was einen übermäßigen Zug am Rücken des noch kleinen Babys verhindern soll. Bei den nächsten Größen gibt es zusätzlich die Möglichkeit, die Träger am Rückenteil zu befestigen. Hierbei verändert sich dann auch der Druck auf den Schultern des Tragenden.

Der Kokadi Flip kann mithilfe eines Gummizugs im Nacken angepasst werden. Der Kokadi Flip. Eine Detailaufnahme der Nackenschnalle.

Die Nackenschnalle kann in der Höhe verändert werden. Es handelt sich insgesamt um ein simples Schnallensystem, da es hier nur zwei Einstellungsmöglichkeiten gibt. Die weitere Einstellungsmöglichkeit ist vorne, womit beispielsweise die Polsterung des Trägers, wieder auf die Schulter gezogen werden kann. Auch verändert sich dabei der Druck insgesamt. Die Breite am Kopf des Babys kann mit einem Gummizug und Knöpfen verändert werden. Die Kopfstütze kann mit Druckknöpfen am Gegenstück an den Trägern befestigt werden. Hier fällt das „Klimpern“ der Knöpfe auf. Dies wurde allerdings vor kurzer Zeit geändert, sodass der Hersteller nun Druckknöpfe nutzt, die keine Geräusche machen. Die Stegbreite kann mittels Klett am Bauchgurt verändert werden.

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Beim Tragen

Ich habe den Kokadi Flip in den Größen Baby- und Toddlersize über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder getestet. Dabei konnte ich für mich persönlich die Erfahrung machen, dass ich die Tragehilfe bei meinem Sohn bis ca. 8kg und damit noch in der Babysize sehr bequem fand. Die Träger lassen sich sehr eng ziehen, wodurch ich als sehr schmale Mama die Trage gut festziehen konnte. Das Schnallensystem an sich ist sehr einfach und damit anwenderfreundlich gestaltet, dennoch lässt sie sich durch die beiden Schnallen bequem anpassen und einstellen.

Tragebild vom Kokadi Flip bei meinem Equipmentshooting mit CEWE-Color in Oldenburg. Weitere Fotos in meiner Galerie

Ab einem größeren Gewicht empfand ich den Flip allerdings nicht mehr bequem, sodass ich schnell starke Nackenverspannungen bekam und die Tragehilfe daher auch weniger nutzte. Ich habe sie im Laufe der Zeit immer wieder getestet und kam für mich zum gleichen Ergebnis. In den Trageberatungen konnte ich die Erfahrung machen, dass die Trage sich sowohl bei sehr schmalen als auch bei korpulenteren Eltern meist gut anpassen lässt. Korpulentere Eltern berichteten aber häufiger von einschneidenden Gurtbändern. Auch stillende Mütter hatten teilweise Probleme damit, v.a. im seitlichen Brustbereich. Die Tragehilfe passt selbst bei kleinen Babys mit Gr.50 in der Regel schon sehr gut. Bei schwereren Kindern hat manchmal geholfen, wenn die Träger am Rückenteil der Tragehilfe befestigt wurden, sodass sich die Gewichtsverteilung verändert hat.

Waschen

Der Hersteller empfiehlt, genau wie beim TaiTai, Handwäsche bei der Tragehilfe, auch wenn es sich beim vernähten Tragetuch um ein reines Baumwolltuch handelt. Dabei hatte ich nie Probleme. Die Tragehilfe brauchte jedoch wegen der dicken Polsterung an der Trägern vergleichsweise lange zum Trocknen.

Fazit

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Mit dem Kokadi Flip kann im Allgemeinen sowohl beim Baby, als auch bei Mama oder Papa, eine ergonomische Haltung ermöglicht werden. Je nach Proportionen des Tragenden passt er, wie alle anderen Tragehilfen auch, mal schlechter und mal besser, weshalb ich das Testen vor dem Kauf empfehle. Zum Tragekomfort habe ich sehr gute Erfahrungen mit einem geringeren Gewicht gemacht, bei schwereren Kindern empfinde ich persönlich die Tragehilfe als unbequem. Viele meiner Beratungseltern haben ähnlich Erfahrungen gemacht, manche fanden die Trage aber auch bei größeren Kindern bequem. Qualitativ finde ich den Flip gut, wobei nach mehrmaligem Waschen leichtes Pilling am Rückenteil entstanden ist.

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