Familienbegleitung
Natalie Clauss

Von Nesthockern, Nestflüchtern und Traglingen

erschienen letzte Änderung

Ich möchte diesen Blogeintrag damit beginnen, euch die Begriffe zu erklären. Wer sich mit Biologie beschäftigt, kennt diese Begriffe sicher. Häufig werden sie auch im Schulunterricht genannt.

Im biologischen Zusammenhang wird bei Babys zunächst zwischen Nesthockern und Nestflüchtern unterschieden. Nesthocker sind solche Tiere, die bei der Geburt noch vollkommen hilflos und auf die Versorgung anderer angewiesen sind. Wenn sie auf die Welt kommen, sind sie nackt und blind und können sich nicht eigenständig fortbewegen. Dazu zählen beispielsweise Hunde oder Katzen.

Nestflüchter hingegen sind genau das Gegenteil. Sie sind ab Geburt quasi ein Abbild der Eltern, nur eben in klein. Die Augen und Ohren sind geöffnet, sie besitzen ein Fell, um die Temperatur zu halten und können sich alleine fortbewegen. So folgen sie nach der Geburt zunächst der Mutter, könnten im Notfall aber auch selbst fliehen. Hierzu zählen Tiere, wie Pferde oder Elefanten. (Stellt euch mal einen Elefanten vor, der einen anderen „kleinen“ Elefanten trägt!)

Der Koala ist ein passiver Tragling.

In den 70er Jahren wurde ein weiterer Begriff in diesem Zusammenhang genannt, nämlich der Tragling. Ihr könnt es euch wahrscheinlich denken: Der Tragling ist eine Mischung aus Nesthocker und Nestflüchter. Er beschreibt alle Jungtiere, die von der Mutter (oder dem Vater) getragen werden, weil die eigenständige Fortbewegung noch nicht möglich ist. Bei diesem Typus wird nun noch zwischen aktivem und passivem Tragling unterschieden. Zu den aktiven Traglingen zählen die Affen, weil diese sich aktiv an ihrer Mama festklammern. Die passiven Traglinge werden beispielsweise in Beuteln getragen, wo sie schließlich fertig „reifen“. Hierzu zählen, wie ihr euch denken könnt, die Kängurus oder Koalas.

Was ist nun mit den Menschenbabys?

Der Menschen ist ein aktiver Tragling.

Die Menschenbabys ordnet man in der Biologie den Tragling zu. Sie können sich noch nicht eigenständig bewegen, haben aber die Augen und Ohren bei der Geburt offen. Die Sinneskanäle sind größtenteils ausgereift. Man spricht sogar von aktiven Tragling, da sie u.a. durch den Greifreflex in der Lage wären, sich an der Mutter festzuhalten (außer dass uns Menschen mittlerweile das Fell zum Festhalten fehlt).

Fazit

Menschenbabys sind zum Getragen-werden geboren!


Bildquellen:
Bild Koala: pixabay.com; Bild Kind im Tragetuch: wikipedia.org

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