Familienbegleitung
Natalie Clauss

Was, wenn doch...

erschienen

Vorletztes Wochenende waren mein Mann und ich bei einem wunderbaren Konzert. Wir waren bei Bodo Wartke in den Weser-Ems-Hallen in Oldenburg. Es war ein sehr abwechslungsreicher Abend mit einer Mischung aus nachdenklichen und lustigen Texten mit passender Musik dazu, wie sagte er so schön, Musik und Text oder Gesang sollten auf einer Ebene sein. Das ist ihm eindeutig gelungen. So mancher Text beschäftigt mich noch, so zum Beispiel der Text des Stücks „Das falsche Pferd (Was, wenn doch?)". Es ging in dem Stück darum, was wäre, wenn wir alle täten, was wir lieben, wenn unsere Entscheidungen nicht mehr aus Angst getroffen würden. Ich denke, die Welt wäre eine Bessere. Doch treffen wir nun mal immer wieder auf Hindernisse und Erwartungen, die uns oft hindern, unsere Träume zu verwirklichen und Entscheidungen wirklich aus Liebe zu treffen.

Als ich am Anfang des ersten Ausbildungsjahres zur Ergotherapeutin schwanger wurde, waren die allermeisten Menschen in meinem Umfeld sehr skeptisch und einige regelrecht entsetzt, wie das passieren konnte, ob ich das schaffen würde, ob wir zusammen bleiben würden, etc. Ich war mir sicher, was ICH wollte und so kam im Juni 2014 mein Sohn zur Welt und ich unterbrach meine Ausbildung für ein Jahr. Die Zeit zu Hause war natürlich nicht immer einfach, aber ich glaube, dass ist für die meisten „Neumamas“ in unserer heutigen Gesellschaft so. Wir haben nicht mehr viele Kinder in unserem Umfeld, wir leben in unseren Kleinfamilien, irgendwie einsam. Doch das stellte ich erst in diesem Jahr Elternzeit fest. Mir fehlte auch etwas, meine Ausbildung, irgendetwas, was mich auf eine andere Art fordert. Ich machte schließlich die Ausbildung zur Trageberaterin und wieder traf ich zunächst auf Widerstand. Das würde so viel kosten und ob sich das überhaupt rentieren würde, ob das jemand in Anspruch nehmen würde und warum gerade ich das machen müsse. Doch ich war mir sicher. Das Tragen war und ist immer noch meine Leidenschaft und ich wollte andere mit meiner Begeisterung anstecken, ich wollte anderen Eltern helfen und ihnen Sicherheit geben. Es hat sich gelohnt! Nein, ich werde niemals damit reich werden (dazu kam letzte Woche ein Artikel), aber es ist sehr viel wert, dass zu tun, was man liebt. Ich habe dann auch meine Ausbildung fortgesetzt und schaffe es, meine kleine Selbstständigkeit, meine Familie und meine Ausbildung zur Ergotherapeutin unter einen Hut zu bringen. Ich finde, das gelingt mir ziemlich gut. All diese Entscheidungen, die ich aus Liebe getroffen habe, waren so richtig. Ich habe sogar noch Fortbildungen und die Ausbildung zur Stoffwindelberaterin gemacht. Da ich tue, was ich liebe, habe ich mehr Energie und bin zufriedener. Na gut, im Moment bin ich wohl etwas angespannt, da das Examen so kurz vor der Tür steht, aber im Allgemeinen geht es mir wohl ziemlich gut. Ich würde behaupten, dass ich aber immer noch sehr viele Entscheidungen nicht aus Liebe, sondern aus Angst treffe, das ist wohl eine ewige Falle.

Lasst uns mal was riskieren. Lasst uns mal an unsere Träume und Wünsche denken und nicht denken, sondern machen. Lasst uns lieben, was wir tun. Denn dann sind wir frei. Dann sind wir glücklich!

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