Familienbegleitung
Natalie Clauss

Windelfrei ab Geburt - ein Erfahrungsbericht

erschienen

Ich hatte auf Facebook und Instagram schon mal gepostet, dass wir gerne Windelfrei bzw. die Topffit-Methode bei unserem Baby ausprobieren möchten. Dafür hatte ich in der Schwangerschaft schon viel darüber gelesen und auch mit anderen Müttern gesprochen, weil wir es bei meinem Sohn nicht bzw. erst sehr spät ausprobiert haben. Doch diesmal wollte ich direkt ab Geburt damit beginnen. Ich hatte nämlich gelesen, dass bereits dann ein guter Zeitpunkt ist damit anzufangen und es direkt funktionieren kann. Ich möchte hier also von unseren Erfahrungen berichten.

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In der Schwangerschaft hatte ich bereits mehrere kleine Töpfchen bzw. Schüsseln bestellt, die ich zum Abhalten nutzen wollte. Außerdem hatte ich Splitpants, also Schlitzhosen, genäht, sodass ich die Hose optimalerweise gar nicht ausziehen müsste. Als Backup wollte ich Stoffwindeln nutzen. Mein Mann war sehr skeptisch, ließ mich aber machen. Ich sagte ihm, dass er nicht abhalten müsse. Schließlich kann er auch einfach die Stoffwindeln nutzen bei unserem Baby.

Am ersten Tag nutzten wir tatsächlich einfach Mullwindeln, weil ich kaum Kraft hatte, unsere Tochter zu halten. Nach einem Tag hielt ich sie zum ersten Mal über einer sehr kleinen Schüssel ab, als sie sehr unruhig war beim Stillen. Und es funktionierte, sie machte tatsächlich in die Schüssel. Ich war ziemlich verblüfft. Klar hatte ich viel gelesen und gehört, wie gut das funktioniert, aber irgendwie hatte ich trotzdem nicht damit gerechnet.

In den nächsten Tagen hielt ich sie immer mal wieder ab, wenn ich sie stillte. So, wie es meine Kräfte zuließen. Mein Mann und mein Sohn fanden das zunächst ziemlich eklig, zumindest sagten sie das. Ich war stolz, wenn es klappte. Ich ärgerte mich, wenn sie eine volle Windel hatte. Letztlich sagte ich (und mache das auch immer noch so), dass jede Ausscheidung ins Töpfchen eine Windel weniger ist. Der Spruch von Nicola Schmidt mit dem Motto "Wischen, lächeln, weitermachen" oder so ähnlich wurde mein Motto, wenn es mal nicht klappte. Pipi war sehr schwierig, meist klappte es eher, wenn sie kackern musste. Das aber ziemlich zuverlässig beim oder direkt nach dem Stillen.

Zwischen den Stillzeiten hielt ich nicht ab, weil ich nicht merkte, wenn sie musste. Daher ging das meiste Pipi einfach in die Windel. Auch nachts nutzten wir vollständig Stoffwindeln, weil ich mir das Abhalten nicht vorstellen konnte. Ich dachte, es würde mich komplett wach machen.

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Nach ein paar Wochen bemerkte ich immer häufiger ihre Unruhe und hielt sie in solchen Momenten ab. Sie schien auch geradezu darauf zu warten und pinkelte immer erst, wenn ich sie über die Schüssel hielt und ihr das Signal dazu gab. Das funktionierte sehr gut. So konnten wir auch in Ruhe spazieren oder einkaufen gehen, ohne dass jedes Mal die Windel nass war. Manchmal schafften wir es nicht, aber häufig klappte es mit dem Abhalten vorher und nachher, dass sie trocken blieb. Sie wirkte sichtlich zufrieden dadurch.

Dann kamen ein paar anstrengende Tage und ich dachte zunächst, dass sie wieder einen Schub machen würde. Irgendwann verstand ich endlich, dass sie gequält wurde durch Blähungen und hielt sie in Ruhe etwas länger ab in Momenten, in denen sie sehr unruhig war. Es dauerte wirklich lange, aber dabei konnte sie endlich gut pupsen. Danach wurde es auch besser und sie wirkte wieder viel entspannter.

Die Splitpants, die ich genäht hatte, waren übrigens nicht besonders praktisch. Ich konnte den Stoff nur schlecht zur Seite ziehen und es war deutlich umständlicher, als die Hose einfach auszuziehen. Ich hatte aber auch nicht damit gerechnet, dass meine Tochter so viel schwerer bei der Geburt sein würde als mein Sohn, weshalb die Hosen von Anfang an ziemlich knapp waren. Demnächst möchte ich auf jeden Fall noch einmal größere Splitpants nähen. Im Zweifelsfall ziehen wir sie wieder einfach als Hosen an.

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Unter den Stoffwindeln waren zum schnellen Ausziehen zu Hause besonders PUL-Überhosen mit einem Klettverschluss praktisch für uns. Wir legen eine dünne Saugeinlage wie bspw. einen Ikea-Waschlappen rein, den wir bei Bedarf wechseln konnten. Die Saugkraft hat hier immer ausgereicht. Mittlerweile würde es mit allen Windeln gut gehen, weil ich recht früh bemerke, wann meine Tochter muss, dennoch finde ich diese Variante immer noch am praktischsten. Für unterwegs und nachts nutzen wir alles andere, was wir sonst noch da haben.

Auch jetzt funktioniert das Abhalten noch sehr gut. Wir haben wirklich wenige volle Windeln und wir sind ein gutes Team geworden. Auch mein Mann ist mittlerweile überzeugt und achtet ebenso auf ihre Signale und hält sie ab. Als Backup oder auch nachts nutzen wir weiterhin Stoffwindeln. Ich habe gemerkt, dass ich, wenn ich gestresst bin, ihre Signale nicht oder erst zu spät erkenne, doch das ist kein Wunder. So zeigt sie mir auch unbewusst, wenn ich einen Gang runterfahren sollte. Ich bin bisher wirklich begeistert und ohne Druck finde ich die Methode für uns einfach toll!

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