Familienbegleitung
Natalie Clauss

Über das Stillen nach Bedarf

erschienen

Es wird immer wieder gesagt, dass "nach Bedarf" gestillt werden soll. Der starre Rhythmus vom Stillen alle vier Stunden wurde glücklicherweise größtenteils abgelöst. Ich schreibe, glücklicherweise, weil dieser Abstand fast immer zu lang ist. Dadurch mussten Babys viel weinen. Früher wurde davon ausgegangen, dass Babys bereits ab Geburt erzogen werden müssten und dass sie durch "ständiges" Stillen verwöhnt würden.

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Heute haben Studien längst bewiesen, dass ein Verwöhnen mindestens im ersten Lebensjahr nicht möglich ist. Ebenso wurde festgestellt, dass das Stillen nach Bedarf nur positive Auswirkungen auf die Entwicklung von Babys hat. Dies gilt allgemein für die schnelle Bedürfnisbefriedigung. Das Aufschieben von Bedürfnissen ist ein Entwicklungsschritt, der Zeit benötigt. Und es gelingt deutlich schneller und besser, wenn Bedürfnisse in der Säuglingszeit zeitnah befriedigt werden.

Ein Mama sollte also stillen, sobald das Baby das Bedürfnis dazu hat. Dabei ist Stillen mehr als die reine Nahrungsaufnahme bei Hunger oder Durst. Stillen befriedigt ebenso das Bedürfnis nach Nähe oder Trost.

Beim Stillen nach Bedarf wird aber meist der Bedarf der Mama außer Acht gelassen. Auch Mamas haben Bedürfnisse, genauso wie Babys. Der Unterschied ist, dass Erwachsene ihre Bedürfnisse normalerweise ein Stück weit aufschieben können. Dennoch gibt es Bedürfnisse, die entweder schon so lange aufgeschoben wurden oder aber auch direkt erfüllt werden müssen. Mamas müssen bspw. auch zwischendurch etwas essen. Sie müssen aufs Klo gehen. Überrascht? Ja, auch diese Bedürfnisse müssen Beachtung finden.

Wenn die Bedürfnisse zweier (oder mehr) Menschen im Konflikt zueinander stehen, muss abgewägt werden, welches Bedürfnis dringender ist. Dabei müssen auch verschiedene andere Faktoren berücksichtigt werden, wie bspw. dass ein Baby noch nicht in dem Maße in der Lage ist Bedürfnisse aufzuschieben.

Zu den Bedürfnissen einer Mama kann bspw. auch zählen, die Tür zu öffnen, wenn es geklingelt hat oder etwas anderes, was ihr wichtig ist in diesem Moment.

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Außerdem kann das Baby mal unplanmäßig lange schlafen, sodass die Brüste möglicherweise sehr voll sind und spannen. In diesem Fall darf die Mama ihr Baby durchaus auch wecken und es zum Stillen anlegen. Die Alternative wäre sonst, dass sie die Milch ausstreicht bis das Spannungsgefühl nachlässt.

Das Stillen nach Bedarf meint so immer den Bedarf des Babys UND den der Mutter.

Bildquelle:

Das Titelbild kommt von unsplash.com.

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