Familienbegleitung
Natalie Clauss

Alternative Monatshygiene

erschienen

Jeder kennt sie: die Tampons und Binden. Schließlich ist es auch in den meisten Fällen, das womit Mädchen zuerst in Kontakt kommen, wenn sie zum ersten Mal ihre Regel bekommen. Doch in Tampons und Binden sind viele Chemikalien enthalten, die unter anderem für Geruchsneutralität und erhöhte Saugfähigkeit sorgen sollen. Durch diese Zusätze kommt es nicht selten zu unangenehmen Reizungen der Schleimhaut. Wusstest du, dass in jeder Tamponpackung ein Hinweiszettel zum Toxischen Schocksyndrom (TSS) beiliegt. Umgangssprachlich wird TSS auch Tamponkrankheit genannt. Durch eine Wunde oder durch die Gebärmutter dringt ein bestimmtes Bakterium (Staphylococcus aureus) in den Blutkreislauf ein und kann zu Organ- und Kreislaufversagen führen. Das Toxische Schocksyndrom tritt allerdings sehr selten auf. Ein weiterer Punkt, der mich immer wieder an Tampons und Binden gestört hat, war der viele Müll, der zudem auch noch nach kürzester Zeit unglaublich stark riecht. Weiter ist die Nutzung von alternativen Produkten für die Monatshygiene auf Dauer deutlich günstiger. Wegen der Nachteile der Wegwerfprodukte während der Periode, habe ich mich zu Alternativen informiert, welche ich dir hier vorstellen möchte.

Stoffbinden und Stoffslipeinlagen

Verschiedene Stoffbinden. Sie haben unterschieliche Farben, grün, rot und natur.

Stoffbinden und -slipeinlagen gibt es mittlerweile von verschiedenen Herstellern. Die Binden werden nach der Nutzung nicht weggeschmissen, sondern gewaschen. Es gibt dabei verschiedene Materialien als Saugkern, sodass die Saugkraft unterschiedlich ist. Manche Stoffbinden haben als Nässeschutz unten Polyurethanlaminat, aber auch andere Materialien als Nässeschutz sind möglich, sodass die Kleidung kein Blut aufsaugt. Je nach Modell variiert außerdem die Größe. Dadurch kann sich jede Frau, individuell zur Stärke der Periode ihre Stoffbinden selbst zusammenstellen.

Menstruationstassen

Verschiedene Menstruationstassen. Eine ist transparent, die andere orange.

Menstruationstassen sind kleine „Behälter“, die in die Scheide eingeführt werden und so das Blut auffangen sollen. Meistens bestehen sie aus Silikon. Es gibt sie mittlerweile von verschiedenen Herstellern. Sie unterscheiden sich in der Form, der Größe und der Festigkeit. Die Unterschiede kommen unter anderem durch die verschiedenen Festigkeitsgrade der Beckenbodenmuskulatur und der Länge des Gebärmutterhalses zustande. Die Tassen werden ausgeleert, wenn sie voll sind, und ausgewaschen. Anschließend wird die Menstruationstasse wieder eingesetzt. Nach der Nutzung werden sie ausgekocht und damit sterilisiert.

Naturschwämmchen oder Levantiner

Ein eingepackter Levantiner.

Naturschwämmchen sind den Tampons am ähnlichsten. Sie werden genauso eingeführt, nur dass die Rückholschnur fehlt und es sich um ein reines Naturprodukt handelt. Wer sich unsicher ist, kann jedoch auch einen Faden durch den Schwamm ziehen, der beim Herausholen hilft. Vorher werden sie mit Wasser leicht nass gemacht, damit das Einführen leichter ist. Normalerweise sind die Levantiner nicht spürbar beim Tragen. Sie können auch beim Geschlechtsverkehr getragen werden. Nach der Nutzung werden sie ausgedrückt und ausgespült. Anschließend können sie wieder eingesetzt werden. Möglich wäre auch die Nutzung eines neuen Schwämmchens, für alle, die sich unwohl damit fühlen würden, das Schwämmchen erneut zu benutzen. Zur Desinfektion kann hier Essigwasser genutzt werden oder auch die Reinigung in der Waschmaschine ist möglich. Im Gegensatz zu Menstruationstassen oder Stoffbinden sind die Schwämmchen weniger langlebig und müssen daher früher ersetzt werden. Die Levantiner sind, wie Tampons auch, in verschiedenen Größen erhältlich.

Freie Menstruation

Die freie Menstruation ist ähnlich wie das Abhalten bei Babys und ist damit der natürlichste Umgang mit der monatlichen Blutung. Hierbei wird das Blut in die Toilette abgegeben. Das Blut läuft nämlich nicht ständig aus dem Muttermund heraus, sondern eher in Schüben, wie auch Wehen nur nicht in so kurzen Abständen. Mit Übung und auch etwas Achtsamkeit und bewusstem Wahrnehmen des Körpers können diese Momente erkannt werden. Viele Frauen nutzen zur Sicherheit oder als Ergänzung beispielsweise Stoffbinden.

Wenn du Fragen zur alternativen Monatshygiene hast, kontaktiere mich gerne!

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