Familienbegleitung
Natalie Clauss

Schluss mit „brockentauglich“!

erschienen

Wenn ich mich so durch die Trageszene lese (v.a. auf Facebook), lese ich immer wieder das Wort brockentauglich in Zusammenhang mit Tragetüchern. Was es damit auf sich hat und was ich dazu denke, möchte ich in diesem Blogbeitrag gerne schreiben.

Versuch einer Definition

Das Wort „Brocken“ steht hier nicht für den Berg im Harzgebirge, sondern in der erster Linie für schwere oder auch schon große Kinder. Ein anderes Wort wäre hier beispielsweise Toddler. Ab wann diese Kategorie genau anfängt, konnte ich nicht herausfinden. Es wird folglich von jedem selbst definiert. Ob ein Kind jedoch mit 9kg oder schon früher oder auch erst mit 12kg wirklich als „Brocken“ gilt, ist demnach unterschiedlich. Es ist also allein schon auf Grund der fehlenden Definition schwierig, eine Definition dafür zu geben, welche Tragetücher denn tatsächlich „brockentauglich“, als geeignet für schwere Kinder, sind. Meist wird darunter jedoch ein hohes Flächengewicht verstanden. Auch hier sind die Vorstellungen von einem „hohen“ Flächengewicht wieder unterschiedlich, für manche beginnt brockentauglich bei 250g/m², für andere erst bei 270g/m² oder gar 300g/m². Das Flächengewicht beschreibt wie dick ein Tuch ist. Jedoch ist das Tragegefühl noch von anderen Faktoren abhängig wie unterschiedlichen Materialien oder Webungen. Es gibt sehr feste, „stützende“ Materialien, zu denen beispielsweise Hanf oder Leinen zählen. Außerdem sind diese besonders atmungsaktiv, weil sie eine andere Struktur als Baumwolle aufweisen. Weiter empfindet auch jeder Tragetücher etwas anders, jeder hat andere Vorlieben. Unterschiedliche Bindeweisen verändern auch wieder das Tragegefühl.

Ihr merkt, es ist durchaus schwer zu saugen, welches Tragetuch nun brockentauglich ist und welches nicht.

Meine Meinung und Erfahrungen

Eine Fotostrecke zum Thema brockentauglich. Natalie trägt ihren Toddler auf dem Rücken.

Ich trage meinen Sohn seit er ein paar Tage alt war. Das ist nun schon mehr als 2 ½ Jahre her. In der Zwischenzeit habe ich verschiedenste Tragetücher, von dünn bis dick, von günstig bis teuer, mit unterschiedlichsten Materialzusammensetzungen (auch Blend genannt) testen dürfen. Für mich gibt es die Einteilung zwischen brockentauglichen und nicht brockentauglichen Tragetüchern schlicht nicht. Ja, es gibt dünnere, weichere Tücher, die vielleicht besser für Neugeborene geeignet sind. Aber hier konnte ich zum Beispiel feststellen, dass da eine andere (mehrlagige) Bindeweise, wie der Double Hammock, einen Riesenunterschied macht. Sobald ich mehrere Lagen Tuch als Stütze hatte, konnte ich selbst bei einem Flächengewicht von 180g/m² meinen mehr als 10kg schweren Sohn locker zwei Stunden tragen. Es ist auch immer eine Frage der Muskulatur. Da ich ausschließlich trage (wenn er nicht laufen möchte), hat sich meine Muskulatur in den letzten Jahren folglich entwickelt und sich an das Gewicht auf dem Rücken oder vor dem Bauch gewöhnt. Wichtig ist auch immer, wirklich sorgfältig und fest zu straffen. Das kann einen großen Unterschied für das Tragegefühl machen. Andere Materialien, wie Hanf, können meiner Meinung nach tatsächlich gut und mehr stützen. Dafür ist es am Anfang auch sehr steif, wodurch das Binden deutlich erschwert wird.

Fazit

Ob ein Tragetuch auch bei schwereren, größeren Kindern bequem zu tragen ist, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Es ist schwierig, dies allein auf das Flächengewicht zu schieben. Auch sehr dünne Tragetücher können bis ans Ende der Tragezeit (meist bei ca. 3 Jahren) genutzt werden.

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