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Familienbegleitung
Natalie Clauss

After Baby Body [Teil 2]

erschienen am 

Ich habe in einem ziemlich alten Beitrag meines Blogs von Anfang 2017 schon einmal über das Thema "After-Baby-Body (oder was auch immer das sein soll)" geschrieben.

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Mittlerweile hat sich mein Leben sehr verändert. Mein Bauch hat ein weiteres Kind getragen, es in sich wachsen lassen. Ich bin auch in meinen Gedanken, meinen Einstellungen und ebenso meinem Wissen gewachsen. Also möchte ich dieses Thema noch einmal beschreiben und meine Gedanken aufschreiben.

Wenn ich den Begriff "After Baby Body" in Google eingebe, finde ich unzählige Ergebnisse — von Tipps zum Abnehmen, hin zu diversen Magazinen und Blogs. Die Meinungen gehen hier sehr weit auseinander. Die Beiträge sind teilweise mit einem großen Druck verbunden, den ich auch vernehme, wenn ich mit Mamas aus meinen Trage-, Still-, Stoffwindel- oder Windelfreiberatungen spreche.

So viele Mamas fühlen sich schlecht. Fühlen sich abstoßend. Ekelhaft. Sie schämen sich für ihren Körper. Wirklich oft höre ich, dass es ihnen unangenehm ist, noch nicht wieder das Gewicht und das Aussehen vor der Geburt erreicht zu haben. Und das teilweise nur wenige Wochen nach der Geburt. Wenige Wochen nachdem sie ein Kind geboren haben, das in den meisten Fällen ungefähr 40 Wochen in ihnen wachsen durfte.

Das macht mich traurig. Und es macht mich wütend. Warum fühlen sich so viele Mamas so schlecht in Bezug auf ihren Körper? Auf ihren Körper, der so viel geleistet hat. Die Gebärmutter dehnt sich um ein Vielfaches, Organe verschieben sich, die Haut dehnt sich, Gefäße werden weiter, Bänder weicher. Es passiert so viel in der Schwangerschaft und bei der Geburt. Genauso natürlich auch direkt nach der Geburt.

Unser wunderbarer Körper beginnt direkt mit der Rückbildung. Mit der Rückkehr zu dem nicht-schwangeren Zustand. Die Gebärmutter wird mit jeder Kontraktion wieder kleiner, Organe finden wieder ihren Platz. Noch viel mehr passiert bei der Rückbildung, doch darauf möchte ich hier nicht näher eingehen.

Frauen nehmen während der Schwangerschaft zu. Ja, das ist normal. Wir nehmen nicht nur das Gewicht unseres Babys zu, nein. Da ist schließlich auch noch Fruchtwasser. Die Plazenta. Und ein Puffer für das Stillen.

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Viele Frauen bekommen Dehnungsstreifen, Schwangerschaftsstreifen, weil das Bindegewebe nicht nach kommt mit dem Wachstum des Babys, weil die Haut sich schnell dehnen muss und irgendwann nachgibt. Manchmal sind diese Streifen auch an Brüsten, Po oder Beinen vorhanden.

Und auch sonst verändert sich der Körper während einer Schwangerschaft. Das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Doch immer, wirklich immer, ist dieser Körper dadurch nicht abstoßend. Nicht ekelhaft oder sonst irgendetwas. Immer ist dieser Körper ein Wunder, der das Wunder des Lebens in sich entstehen ließ.

Ich habe schon oft gehört, was für ein Glück ich doch hätte, dass ich nach zwei Kindern so schlank wäre. Dass ich nach nur einer Woche schon wieder aussah wie vor der Schwangerschaft. Dass sie neidisch auf mich wären, weil sie ihr eigenes Gewicht nicht loswerden seit der Geburt.

Auch das finde ich traurig. Warum urteilen wir immer? Blicken voller Neid auf andere? Wo wir doch deren Situation gar nicht kennen?

Ich habe nach meiner ersten Geburt sehr damit gekämpft mein Gewicht zu halten und nicht weiter abzunehmen. Es war jeden Tag ein Kampf und ich musste so viel essen. Das war eine schwere Zeit für mich.

Diesmal ging und geht es mir glücklicherweise sehr viel besser. Ja, ich habe schnell abgenommen. Und dennoch sieht man mir meine Kinder an. Die Haut an meinem Bauch sieht anders aus. Durch die Kontraktionen während der zweiten Geburt habe ich schließlich doch ein paar Risse am Bauch bekommen. Meine Bauchmuskeln haben noch immer eine kleine Lücke.

Ja, ich weiß. Vielleicht würdest du das nicht als perfekt bezeichnen. Oder aber sagen, dass das doch nicht so schlimm ist. Je nachdem. Doch weißt du was, es ist mir egal, wie du MEINEN Körper findest. Mittlerweile ist es mir egal, es ist mir nicht mehr wichtig. Wichtig ist nur, wie ich meinen Körper sehe. Wie ich mich fühle.

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Wichtig ist, dass ich für mich sorge. Dass ich mich mag, wie ich bin. Liebe finde ich in dem Zusammenhang ein sehr großes Wort, auch wenn es so schön klingt: Selbstliebe. Ich weiß nicht, ob ich das tue. Aber ich mag mich. Ich finde mich gut so, wie ich bin. Meistens jedenfalls.

Vielleicht können wir uns auf den Weg machen, auf den Weg zu mehr Mitgefühl. Zu mehr Respekt, mehr Liebe. Sollten wir nicht unserem Körper Respekt zeigen, dass er dieses Wunder vollbracht hat, indem wir ihn gut behandeln? Indem wir ihn pflegen und achten?

Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist. Vielleicht denkst du dir, dass ich das gar nicht nachvollziehen könnte. Ich stecke nicht in deiner Haut, nein, das stimmt. Und doch wage ich es zu behaupten, dass ich weiß, wie es sich anfühlt, den eigenen Körper einfach nur abstoßend zu finden.

Ich hatte viele Jahre eine Essstörung und glaube mir, ich weiß, wie es sich anfühlt. Vielleicht anders, denn damals hatte ich noch nicht geboren. Und du hast (wahrscheinlich) auch keine Essstörung und dennoch ist das Gefühl ähnlich.

Doch irgendwann verstand ich, dass es eben nicht wichtig ist. Dass wir nicht perfekt sein müssen und auch gar nicht können. Du bist gut genug!

Dein Körper verdient es und ist es wert gut behandelt zu werden. Geliebt zu werden. Denn er war mal die Wohnung deines Kinder oder deiner Kinder. Und deine Kinder lieben dich ohnehin genau so, wie du bist!

Bildquellen:

Die verwendeten Bilder für den Artikel habe ich auf unsplash.com herausgesucht. Hier folgt eine genaue Auflistung mit Links:

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