Familienbegleitung
Natalie Clauss

[Interview] 15 Fragen an Philipp von LIMAS

erschienen am 

LIMAS ist ein Hersteller, welcher besonders im deutschsprachigen Raum immer mehr Bekanntheit erlangt. Auch ich habe alle drei Tragehilfen des hessischen Herstellers in meinem Sortiment. Ich freue mich daher sehr, dass ich Philipp, der mit seiner Frau das Unternehmen gegründet hat, ein paar Fragen stellen durfte.

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Zur Einstimmung auf das Interview habe ich noch dieses kurze Video rausgesucht, in dem du die LIMAS Babytrage sehen kannst.

Lieber Philipp, du hast gemeinsam mit deiner Frau das Unternehmen „LIMAS“ gegründet. Doch bevor wir zu eurem Unternehmen und euren Ideen kommen, würde ich dich bitten, dass du euch einmal kurz vorstellst.

Hallo Ihr Lieben, ich bin Philipp von LIMAS und freue mich sehr ein Teil unserer LIMAS Werkstatt zu sein.

Das Logo von LIMAS.

2014 wurde eure Tochter geboren. Wusstet ihr von Anfang an, dass ihr Tragen möchtet? Habt ihr euch vielleicht schon in der Schwangerschaft damit auseinander gesetzt? War einer von euch skeptischer als der/die andere?

Wir hatten bereits auch während der Schwangerschaft den Wunsch unser Baby später zu tragen. Meine Frau Anna war hier am Anfang etwas mehr die treibende Kraft. Ich erinnere mich noch wie ich abends, als unser Neugeborenes sehr unruhig war, auf Ebay Kleinanzeigen ein gebrauchtes Tragetuch gefunden habe, welches ich sofort abholen konnte.

Wo siehst du die großen Vorteile beim Tragen? Gibt es deiner Meinung nach auch Nachteile?

Wir Papas können nicht stillen und das Tragen ist quasi unser Stillen. Und das genieße ich sehr, wenn ich mit meiner nun zweiten Tochter auf Einschlafrunde gehe oder wir die Welt gemeinsam in der Trage erkunden, wenn die Füßchen mal müde sind.

Es kursieren ja ziemlich viele Vorurteile in Bezug auf das Tragen. Wie war das bei euch? Wurdet ihr auch gefragt, ob „das Baby denn auch genug Luft bekommt“ oder Ähnliches? Wie seid ihr damit umgegangen?

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Eigentlich hatte ich meistens den Eindruck, dass das Tragen sehr positiv wahrgenommen wurde. Ich denke meistens haben wir einen recht entspannten Eindruck gemacht und Vorurteile konnten dann schnell beseitigt werden.

Nun ist der Markt an Tragetüchern und Tragehilfen in den letzten Jahren sehr gewachsen. Aber auch 2014 gab es bereits viele verschiedene Möglichkeiten. Wie kam es, dass ihr dennoch eine eigene Tragehilfe entwickeln wolltet? Ganz provokant gefragt: Was hat eure LIMAS Babytrage, was andere Tragehilfen nicht bereits haben?

Die LIMAS ist die einzige Babytrage mit einsetzbaren Schulterpolstern. Dies hat den Vorteil, den individuellen Bedürfnissen des Tragenden entgegen zu kommen. Zudem ist die LIMAS mitwachsend und passt sich dem Baby an.

Wer von euch hatte die Idee dafür? Wie kam es, dass ihr beschlossen habt, die Tragehilfe in „Masse“ zu fertigen und nicht nur ein Modell für euch?

Anna von LIMAS mit ihrem Kind in der Tragehilfe.

Meine Frau Anna hat die erste LIMAS (LIMAS steht für Lili Marie Sauer – der Name unserer ersten Tochter) zusammen mit ihrer Mutter nach ihren Vorstellungen genäht. Die nächste LIMAS hat Oma dann für eine befreundetes Pärchen mit Baby genäht und das war der Anfang bis irgendwann André von Helden-Tragen anrief und sagte, dass er etwas von einer LIMAS Babytrage gehört hätte und was es denn damit auf sich hätte und dass er gerne 10 Stück bestellen würde.

Als wir 10 Stück hörten sind wir erstmal aus allen Wolken gefallen und die Oma hat fleißig genäht. Sogar der Opa hat dann noch angefangen mit zu helfen und gelernt wie man die ganze Trage näht. So ging es dann Schritt für Schritt weiter bis wir uns eine Näherei gesucht haben.

Ist LIMAS euer Hauptjob? Oder macht ihr noch etwas anderes nebenbei? War das von Anfang an so?

Seit etwas mehr als 2 Jahren sind wir hauptberuflich in der LIMAS Werkstatt. Dort sind wir nun zu 8 und haben uns hier einen Platz für unseren Tragetraum geschaffen.

Gab es zwischendurch auch Schwierigkeiten oder gibt es auch jetzt immer mal wieder Hindernisse auf die ihr stoßt?

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Alle Schritte so zu dirigieren, dass am Ende eine Babytrage aus Kelsterbach versendet werden kann, ist nicht immer einfach. Die Designs für die Stoffe werden erstellt. Das Muster wird Probe gewebt. Dann werden die Garne gefärbt. Dann der Stoff gewebt. Dann zugeschnitten. Dann werden aus den Stoffen die LIMAS genäht mit allen Zubehör teilen. Dann bei uns in Kelsterbach verpackt und versendet. Diese Kette am Leben zu erhalten, ist täglich ein kleines Abenteuer.

Wo werden die LIMAS Tragehilfen hergestellt? Welche Stoffe werden verwendet?

Ein Stapel aus drei Tragetüchern in unterschiedlichen Farben.

Wir nähen die LIMAS in der Tschechei und seit Kurzem auch in der Türkei. Wir verwenden ausschließlich Bio-Baumwolle für die Stoffe.

Mittlerweile ist die LIMAS Familie gewachsen, sowohl im direkten Sinne bei euch, als auch beim Unternehmen. So gibt es nun zusätzlich die Tragehilfen LIMAS Plus und LIMAS Flex. Wie soll es weitergehen? Habt ihr schon Pläne für weitere Tragehilfen oder andere Artikel für den Shop?

Phillipp und Anna von LIMAS mit ihren zwei Kindern.

Wir sind gerade dabei eine Tragejacke zu entwickeln und auch die LIMAS Trage Sweats wird es nun bald in einer Neuauflage als Unisex Sweater geben. Die Tragefamilie sehen wir mit LIMAS, LIMAS Plus und LIMAS Flex erstmal komplett – alle guten Dinge sind Drei. Ob das aber auch für die Kinderanzahl gilt, wird die Zukunft zeigen…

Dann bleibt es ja spannend bei euch.

Woher weiß ich eigentlich, was die passende Tragehilfe für mich und mein Baby ist? Gibt es bei euch auch „Testtragehilfen“, die ich ein paar Tage oder Wochen ausprobieren und zurückschicken kann, wenn es nicht bequem für mich ist oder nicht gut passt?

Wir selbst bieten bei uns in Kelsterbach an, die Tragen zu testen. Testpakete haben wir selbst nicht, aber diese gibt es von Händlern.

Gibt es auch die Möglichkeit, eine LIMAS Tragehilfe aus einem eigenen Tragetuch nähen zu lassen?

Dazu fehlt uns leider die Zeit. Bitte entschuldigt. Aber es gibt schon viele wunderschöne Tücher, die wir sehr gerne vernähen würden.

Werden eure Tragehilfen ausschließlich in Deutschland verkauft? Oder beliefert ihr auch Shops in anderen Ländern?

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Die meisten Tragen werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft. Es tut sich aber auch gerade viel in den Niederlanden, in Frankreich und in Italien. Es gingen auch schon LIMAS nach Koh Samui oder Neuseeland. Wenn eine Trage so weit versendet wird, frage ich immer gerne per Email nach, wie sie auf die LIMAS gekommen ist. Vor Kurzem hat eine Mama eine LIMAS bestellt, die in Australien auf einem Forschungsschiff arbeitet und die LIMAS von einer Freundin aus Deutschland empfohlen bekommen hat. Das war dann sehr spannend zu erfahren.

Das klingt wirklich spannend. Ich finde es toll, dass du dir dafür die Zeit nimmst!

Wie ich in eurem Blog lesen konnte, steht der Name LIMAS in Zusammenhang mit dem Namen eurer Tochter. Wer hatte die Idee dazu? Gab es noch andere Vorschläge, die im Raum standen?

Es gab auch noch andere Namen, aber LIMAS fanden wir dann am schönsten. Ich weiß es gar nicht mehr so genau, ob es Annas oder meine Idee war… wahrscheinlich wir beide im Verlauf…

Möchtest du sonst noch etwas über dich, deine Frau oder euer Unternehmen erzählen?

Wir freuen uns jeden Tag über all die lieben Menschen, die wir bis heute in der Tragewelt kennen lernen durften. Am Freitag geht es zum Tragenetzwerk Symposium nach Wiesbaden. Da freuen wir uns schon sehr.

Bei Fragen oder Anregungen sind wir jederzeit für Euch da. Ganz liebe Grüße, Philipp und das LIMAS TEAM

Lieber Philipp, vielen lieben Dank für das Interview. Es war sehr interessant mehr über euch und LIMAS zu erfahren!

Mehr über das Unternehmen LIMAS und die Baby-Tragehilfen von LIMAS erfährst du auf www.limasbaby.de. Außerdem findest du auch in meinem Blog weitere Artikel zu den Limas Tragehilfen:

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