Familienbegleitung
Natalie Clauss

Warten ist doch kacke

erschienen

Ich bin morgen in der 40. Schwangerschaftswoche und ich habe keine Lust mehr. Wirklich nicht. Es ist nicht so, dass es mir nicht gut geht. Im Gegenteil, eigentlich ist alles super und deshalb ist es das auch nicht. Klar, es wird langsam etwas anstrengender und ich lege mich auch öfter hin, bin viel müde und so, aber warten nervt einfach.

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Und ich mag nicht mehr warten. Seit fast zwei Wochen denke ich mir: "Jetzt könnte es doch langsam mal losgehen." Ich freue mich über jede Wehe, aber bisher waren es immer nur Senk- und Übungswehen. Deutlich mehr und mit mehr Kraft als sie es bei Noah waren. Gefühlt. Wahrscheinlich ist das auch nur Einbildung. Mittlerweile ist zumindest alles für die Geburt geklärt, wo lange Zeit noch viele Fragen offen waren. Das macht es leichter. Aber das Warten macht mich noch ganz verrückt. Mir fällt die Decke auf den Kopf und ich schwanke immer zwischen aktiv sein und ausruhen.

Ich will auch endlich wieder auf dem Bauch schlafen. Ich hasse diese blöde Seitenlage, die auch nur noch mit Seitenschläferkissen erträglich ist. Ich will wieder tragen. Ich will meinen Körper wieder zurück. Ich will nicht mehr die ständigen Tritte in die Rippen und den Magen. Und doch weiß ich auch, dass ich es direkt nach der Geburt schon vermissen werde.

Gleichzeitig bin ich auch dankbar über die Zeit, die ich noch in Ruhe mit meinem Mann und meinem Sohn verbringen kann. Wir genießen Kuschelmomente, ruhige Spielenachmittage oder Serienabende. Und ich bin meinem Sohn unendlich dankbar, dass er mir so viel Raum gibt. Ich bin unglaublich stolz auf ihn, wie sehr er dabei ist, wie viel er im Moment lernt und für was er sich interessiert. Ich bin mir sicher, dass ich diese Momente nur mit ihm auch sehr vermissen werde.

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Und dann frage ich mich: Kann ich das? Kann ich für zwei Kinder da sein? Kann ich meine Liebe "verteilen"? Kann ich das nochmal mit einem Baby? Oder werde ich vollkommen überfordert sein? Kann ich diesem Kind so viel Liebe schenken, wie ich es bei Noah mache? Und wie wird es mit ihm? Wird er es verstehen? Wie wird er mit der neuen Situation umgehen? So viele Fragen, die ich gerade einfach nicht beantworten kann… Aber ich werde wohl sehen, was die Zeit so mit sich bringt.

Und auch da nervt das Warten. Ich bin nicht der geduldigste Mensch und gleichzeitig weiß ich, dass das Baby schon kommt, wenn es bereit dazu ist. Der Zeitpunkt wird kommen. Zwangsläufig. Dann sind wir zu viert. Das würde Noah jetzt sagen. Und eigentlich freue ich mich sehr auf diese Reise.

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