Familienbegleitung
Natalie Clauss

Das Stillen und die Intuition

erschienen am 

Oft wird gesagt, dass das Stillen von Babys ganz intuitiv klappen würde direkt nach der Geburt. Bei vielen Mamas mit ihren Neugeborenen ist das auch so und sie sind von Anfang an ein super Team beim Stillen. Doch nicht selten gibt es zunächst auch erstmal Schwierigkeiten. Brustwarzen sind wund oder tun weh, das Baby nimmt nicht so recht zu, saugt nicht richtig oder die Milch fließt nicht so richtig. Hängt die Stillkompetenz vielleicht doch nicht nur mit Intuition und dem Vertrauen in unseren Körper und in die Natur zusammen?

Es fehlt uns an Vorbildern!

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Ich glaube, dass wir wahrscheinlich ganz tief in uns ein Wissen tragen, wie das Stillen funktioniert. Nur haben wir auch nicht immer Zugang zu diesem Wissen und es kann nicht immer abgerufen werden.

In "Naturvölkern" ist das Stillen viel selbstverständlicher als in unserer Gesellschaft. Letztendlich gibt es dort in vielen Fällen auch keine andere Option. Stillschwierigkeiten kommen dort viel seltener vor. Das Stillen ist dort präsenter. Kinder sehen, wie ihre Mama, ihre Geschwister oder auch manchmal andere Kinder stillt. Sie wachsen damit auf und erleben es immer wieder. Beim Leben im Clan gibt es auch immer wieder kleine Babys, die stillen. Dadurch wachsen Mädchen und auch Jungs damit auf.

Sie sehen, wie Babys trinken, in welchen Positionen und in welchem Rhythmus. Sie können sich mit anderen Frauen darüber austauschen. Dadurch entwickeln sie einen realistischen Blick auf die Bedürfnisse und die Ernährung von Babys. Sie müssen sich damit nicht erst bei dem eigenen Baby auseinandersetzen.

Gleichzeitig ist es so, dass in unserer Gesellschaft relativ wenige Frauen in der Öffentlichkeit stillen. Und wenn doch, dann möglichst versteckt, damit nach Möglichkeit auch niemand "etwas" sieht. Ich werfe in diesem Zusammenhang nur mal in den Raum: Wofür sind Brüste eigentlich da? Sind sie ein "Sexobjekt" oder dienen sie nicht einfach nur der Ernährung eines Babys? Männer laufen auch mal "oben ohne" rum und müssen ihre Brustwarzen nicht verstecken. Ich meine damit nicht, dass ab sofort alle Frauen keine Oberteile mehr tragen sollten. Lediglich finde ich die Tabuisierung und das Verstecken falsch und unnötig, um es kurz zu fassen.

Es fehlen uns also nicht nur in unserer Familie oder unserem Clan die Vorbilder, sondern auch in der Gesellschaft im Allgemeinen. Dadurch würde das Stillen ein Stück mehr Normailität zurückerlangen.

Unterstützung muss her!

Gleichzeitig können auch Probleme auftreten, wenn wir immer wieder stillende Frauen und Babys sehen. Manchmal sind mit dem eigenen Kind dann doch mehr Fragen da und es ist einfach alles anders, weil wir selbst die Verantwortung für ein kleines Wesen tragen.

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Im engen Kontakt könnten Schwierigkeiten und Probleme jedoch frühzeitig erkannt werden. Mein Traum wäre es, dass niemand glauben würde, dass Stillen weh tut. Dass wunde Brustwarzen einfach dazu gehören. Ich wünschte, Frauen könnten sich früh Hilfe suchen und hätten keine Angst versagt zu haben. Wenn Schwierigkeiten schon früh erkannt werden, ist es viel einfacher etwas zu ändern.

Hier braucht es Unterstützung, sowohl emotional als auch fachlich. Mamas brauchen andere Mamas, die ihr zur Seite stehen und kompetente Fachleute, die bei allen fachlichen Fragen zurseite stehen können.

Heutzutage ist das Stillen nicht mehr nur intuitiv, davon bin ich überzeugt. Es ist oft auch ein Lernprozess. Ein Lernprozess von einer Mama und ihrem Baby. Und es gilt, alles, was sich gut anfühlt, ist in Ordnung. Niemand ist an eine Position und einen bestimmten Rhythmus gebunden.

Bildquelle:

Das Titelbild kommt von unsplash.com.

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