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Familienbegleitung
Natalie Clauss

10 Tipps bei Babybauchweh

letzte Änderung am 

Viele junge Eltern kennen es: Das Baby scheint sich unglaublich zu quälen mit einem Pups, der Bauch ist hart und das Baby irgendwie unruhig. Manche Babys haben viel mit Bauchweh zu kämpfen, andere weniger oder gar nicht. Insgesamt ist Babybauchweh bis zu einem gewissen Maß normal, da das Verdauungssystem noch nicht vollständig reif ist, wenn Babys geboren werden.

Gleichzeitig gibt es ein paar Faktoren, die Bauchweh noch begünstigen können wie beispielsweise das Schlucken von Luft beim Stillen oder dem Trinken an der Flasche. Das ist häufig erkennbar daran, dass Babys schnalzende oder klickende Geräusche machen. Auch, wenn sie sich häufig Verschlucken schlucken sie dann meist Luft mit.

Mehr zum Thema Luftschlucken beim Stillen habe ich übrigens in meinem Artikel 7 Anzeichen, an denen du erkennst, dass dein Baby effektiv stillt geschrieben.

In diesem Artikel habe ich jedoch ein paar Tipps, was bei Babybauchweh helfen könnte, aufgeführt. Doch bevor ich zu den Tipps komme, was gegen Bauchweh oder Koliken bei Babys getan werden kann, möchte ich darauf eingehen, wie diese sich überhaupt äußern.

Inhaltsangabe

Symptome von Babybauch

Bauchschmerzen und Koliken können sich bspw. durch einen harten, aufgeblähten Bauch äußern. Das Baby könnte über einen längeren Zeitraum weinen, wobei es schwer zu beruhigen ist. Viele Babys ertragen Berührungen nur sehr schlecht, wenn sie Schmerzen haben. Daher mögen viele Babys dann auch die Bauchlage kaum oder gar nicht und beschweren sich sichtlich. Außerdem machen sie sich womöglich steif oder ziehen die Beine besonders häufig zum Bauch. Auch der Po könnte angespannt sein.

Das Pupsen erfordert dann für viele Babys erkennbar viel Kraft und Anstrengung, sie scheinen sich regelrecht zu quälen damit. Auch sind Bewegungen des Darms manchmal hörbar und auch spürbar mit der Hand.

Aufnahme einer Frau mit einem Baby mit Schnuller auf dem Arm, welches traurig wirkt.

All das sind Möglichkeiten, wie sich Koliken oder auch leichteres Bauchweh äußern können. Dabei kommen in eigentlich allen Fällen mehrere der genannten Faktoren zusammen. Wie schlimm das Bauchweh ist, ist ganz individuell. Häufig sind es auch gar nicht echte Koliken, sondern eher Blähungen oder eben Bauchweh.

10 Tipps für einen entspannteren Bauch

Unabhängig davon, was es jetzt genau ist und wie stark dein Baby leidet, können dir die folgenden Tipps sicherlich weiterhelfen.

1. Bauchmassage

Bei der Bauchmassage sollte mit sanftem Druck im Uhrzeigersinn massiert werden. Dadurch werden die Darmbewegungen unterstützt. Die Massage kann für das Baby zeitweise unangenehm sein, verschafft aber schnell Erleichterung. Sinnvoll ist es, bei der Massage eine Creme oder ein Massage-Öl zu verwenden, damit die Haut gleitfähig ist und nicht zu viel Reibung entsteht. Gleichzeitig sollte die Haut nicht zu glitschig sein, denn dann hast du keinen Halt und kannst die Massage nicht richtig ausführen.

Detailaufnahme einer Hand, die den Bauch eines Babys massiert.

Die Bauchmassage ist oft auch Inhalt von Babymassage-Kursen. Außerdem können viele Hebammen sie zeigen. Auch in meinem Online-Kurs Babymassage lernst du die Kolikmassage, neben vielen weiteren Massagegriffe. Hier lernst du unter anderem auch, worauf du bei der Wahl des Massageöls achten solltest und wann ein geeigneter Zeitpunkt für die Massage ist.

31. März 2021
Natalie Clauss

Über die Haut und das richtige Babymassageöl

Erfahre in dieser Folge, was du bei der Wahl des Massage-Öls beachten solltest.

2. Windsalbe

Diese Salbe ist ziemlich weit verbreitet und enthält als Wirkstoff Kümmelöl. Kümmel wirkt ebenfalls entblähend. Du kannst die Salbe einfach auf den Bauch auftragen oder, sinnvoller noch, mit einer Bauchmassage verbinden. So hast du quasi einen doppelten Effekt.

Babymassage in meinem Online-Kurs lernen

Ich habe einen Online Babymassage-Kurs erstellt. Dort lernst du nicht nur die Babymassage bei Babybauchweh, sondern auch in anderen Situationen. Diesen kannst du über meine Website buchen und daran teilnehmen, wann immer du möchtest. Weitere Informationen findest du hier: Online-Kurs Babymassage.

3. Fenchel-Kümmel-Öl

Bei Fenchel-Kümmel-Öl handelt es sich um eine spezielle Ölmischung, die zur Massage vom Bauch des Babys verwendet werden kann. Es kombiniert die Wirkungsweisen von Fenchel und Kümmel, welche beide entblähend wirken.

Aufnahme einer Ölflasche, aus der Öl auf einen Teller läuft.

Ich habe gute Erfahrungen mit dem Fenchel-Kümmel-Öl für Kinder von der Bahnhofsapotheke gemacht. Dieses ist neben dem Kauf bei der Apotheke direkt, auch in viele regionalen Apotheken verfügbar, da immer mehr Apotheken die Produkte der Bahnhofsapotheke aus Kempten in ihrem Sortiment haben.

4. Fencheltee

Bei stillenden Müttern kann es sinnvoll sein, wenn sie selbst Fencheltee trinken. Fenchel wirkt als Arzneimittel bei Blähungen. Die Inhaltsstoffe werden über die Muttermilch an das Baby weitergegeben. Hierbei gilt jedoch, dass der Tee qualitativ hochwertig sein sollte, damit er frei von Zusatzstoffen ist und der Wirkstoff selbst möglichst rein vorhanden ist. Außerdem solltest du nicht ausschließlich den Tee trinken, sondern nur bis zu etwa drei Tassen täglich. Die Ziehzeit und Haltbarkeit des Tees solltest du dabei unbedingt beachten.

Zubereitung des Tees mit Bio Fenchelsamen

Ein bis zwei Teelöffel der Fenchelsamen zerkleinerst du mit einem Mörser oder mit einem anderen geeigneten Gegenstand. Übergieße die zerdrückten Samen dann mit 250 ml abgekochten Wasser und lass den Tee anschließend etwa sechs bis acht Minuten ziehen.

Flaschennahrung sollte jedoch nicht mit Fencheltee angemischt werden. Grundsätzlich sollte der Tee auch nur verwendet werden, wenn wirklich Symptome vorhanden sind und nicht rein vorbeugend.

5. Warme Bäder

Wärme ist im Allgemeinen für viele Babys bei Bauchweh sehr angenehm und in Kombination mit Wasser kann es sehr beruhigend und entspannend wirken. Auch im Wasser kann der Bauch sanft massiert werden, sofern du dein Baby dabei noch stabil halten kannst. Dies geht bei einem gemeinsamen Bad am besten.

Aufnahme eines liegenden Babys, welches in ein Handtuch gewickelt ist.

6. Abhalten

Babys mit Koliken, Bauchschmerzen oder sichtlichen Blähungen fällt es oft schwer, im Liegen in die Windel auszuscheiden, weil hierbei die Unterstützung der Schwerkraft fehlt. Es ist hier ähnlich wie bei der Geburt, wo ebenfalls die liegende Position meistens ungünstig ist.

Wenn du merkst, dass dein Baby angestrengt drückt, kannst du auch versuchen, es abzuhalten. Das bedeutet, dass du es über einer Schüssel oder das Waschbecken hältst damit es hier ausscheiden kann. Dafür muss es in dem Bereich natürlich ausgezogen sein.

Dabei kann das Baby bspw. mit dem Oberkörper an dich angelehnt sein und du hältst es an den Oberschenkeln fest, wobei du die Beine etwas zum Bauch anziehst. Dadurch unterstützt das Drücken von außen und du hilfst so mit. Bei kleinen Babys empfiehlt sich das Abhalten in der Wiegeposition, weil es dadurch noch mehr Halt hat. Viele Babys sind dabei deutlich entspannter.

Gängige Abhaltepositionen kannst du in diesem Video von mir sehen:

Weitere Informationen hierzu gibt es auch in diversen Büchern über Windelfrei (es gibt für diese Methode noch viele weitere Bezeichnungen) oder bei speziell ausgebildeten Windelfrei- bzw. Artgerecht-Beraterinnen. Auch in meinem Online-Kurs Windelfrei erfährst du noch mehr über Abhaltepositionen, Windelfrei selbst und erhältst viele praktische Tipps für die Umsetzung.

Lerne die Windelfrei-Methode in meinem Online-Kurs kennen

Zum Thema Windelfrei habe ich einen Online-Kurs verfasst. Zu diesem kannst du dich über meine Website anmelden, erhältst Zugangsdaten zum Lernportal und kannst ganz nach deinem Zeitplan die Windelfrei-Methode lernen. Weitere Informationen findest du bei meinem Online-Kurs Windelfrei.

7. Tragen

Beim Tragen im Tragetuch oder in einer Tragehilfe wird bei jeder Bewegung auch der Bauch mit massiert. Außerdem sind die Beinchen dabei angehockt (in der sogenannten Anhock-Spreiz-Haltung) und in einer aufrechten Position. Das alles sind Faktoren, die Linderung bei Bauchweh verschaffen können. Wichtig ist dabei, dass das Baby wirklich fest gebunden ist, damit es ausreichend gestützt ist und es einen leichten Druck auf den Bauch erhält. Nur so hat es eine positive Wirkung auf den Bauch.

Aufnahme einer Frau von schräg oben, welche ein Baby in einer Tragehilfe trägt.

Doch auch ganz unabhängig von Bauchschmerz sollten diese Aspekte beim Tragen von Babys und Kleinkindern immer umgesetzt werden.

8. Schlafposition

Die sicherste Schlafposition für Babys ist die Rückenlage. Das wurde lange in umfangreichen Studien untersucht und ist auch die Position der DGKJ, welche in im Artikel Sicherer Schlaf für mein Baby erläutert wird. Der Nachteil an der Rückenlage mit gestreckten Beinen ist, dass dabei relativ viel Spannung am Bauch entsteht. Die Muskelspannung ist dabei verhältnismäßig hoch.

Nun sollte dein Baby natürlich dennoch in der Rückenlage schlafen. Doch du kannst die Bauchmuskeln etwas entspannen, indem du ein Handtuch oder kleines Kissen unter seine Unterschenkel legst, sodass die Beine nach oben angewinkelt sind. So wie wir die Beine hochlegen, wenn wir einen Kreislaufzusammenbruch haben. Du kannst es selbst bei dir ausprobieren. Der Bauch ist in dieser Position deutlich entspannter.

Tagsüber, wenn du dabei bist, kann dein Baby ruhig auch auf der Seite schlafen. Wichtig ist dabei nur, dass es nicht immer die gleiche Seite ist und dass du mit im Raum bist und einen Blick auf dein deinen Säugling hast.

Aufnahme einer Frau, die bei einem schlafenden Baby liegt.

9. Ernährungsumstellung

Wenn Babys zu Blähungen neigen und Schmerzen im Bauch haben, hören viele stillende Mütter schnell, dass das vom Essen kommen würde, welches sie zu sich nehmen. Sie sollte folglich auf alle blähenden Lebensmittel wie Kohl oder Zwiebeln verzichten.

Aufnahme einer Frau, welche ein Baby in der Wiegehaltung stillt.

Das ist allerdings sehr selten die Ursache für die Blähungen. Bei einem konkreten Verdacht, kann ein einzelnes Lebensmittel weggelassen werden, um zu sehen, ob die Bauchschmerzen dadurch wirklich besser werden. Direkt alle blähenden Lebensmittel bis zum Ende der Stillzeit wegzulassen, ist nicht sinnvoll.

Aufnahme verschiedener grüner Lebensmittel auf einem Teller.

10. Medikamente

Bei Medikamenten bin ich persönlich sehr vorsichtig. Es gibt einzelne Medikamente, die helfen können. Selten ist dies jedoch wirklich notwendig. Dies sollte immer mit einem Arzt oder der Hebamme abgesprochen werden. Gleiches gilt für homöopathische Mittel.

Zu bedenken ist außerdem, dass alles, was das Baby zu sich nimmt neben der (Mutter-)Milch, das Mikrobiom im Darm verändert, sodass hier ein Ungleichgewicht entstehen kann. Für viele dieser vermeintlichen Antiblähmedikamente gibt es schlicht auch keine nachgewiesene Wirksamkeit.

Fazit

Wenn Bauchschmerzen oder Koliken extrem sind und es überhaupt keine Besserung gibt, dein Baby sichtlich Schmerzen hat, solltest du in jedem Fall zum Kinderarzt gehen, um zu schauen, ob es wirklich die normale Unreife des Darms ist oder ob vielleicht eine Unverträglichkeit oder Ähnliches dahinter steckt.

Eine lächelnde Frau, welche ein Baby auf dem Arm hält.

Ich hoffe, dass die Tipps etwas Erleichterung für dein Baby verschaffen. Wenn du noch andere Tipps hast, die ich hier nicht aufgeschrieben habe, schreibe mir gerne einen Kommentar unter diesen Artikel! So kann ich diesen in meiner Liste ergänzen.

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