Familienbegleitung
Natalie Clauss

Ganz schön Windelfrei (7 Themen in Bezug zu Windelfrei)

erschienen am 

Zur internationalen Windelfrei-Woche hat Janina Pohle von Leonina frei & geborgen verschiedene Themen überlegt, die etwas mit Windelfrei zu tun haben. In dieser Woche gibt es neben viel Input, auch einige Rabattaktionen und Gewinnspiele von Herstellern, Shops und Coaches. Auch ich habe mir im Zuge der Windelfreiwoche so meine Gedanken gemacht zu den Zusammenhängen der unterschiedlichen Themen und Windelfrei. Diese möchte ich dir im Folgenden vorstellen.

Zusammen mit Janina wurde die Windelfrei-Woche von Katharina Nießing von Pace Yourself — Parents Life Balance organisiert.

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Inhaltsangabe

Windelfrei & Babymassage

Ein Baby wird massiert.

Windelfrei und Babymassage? Wie passt das zusammen, wo sind Zusammenhänge und Ähnlichkeiten? Genau darum soll es hier gehen.

Die Babymassage ist eine wunderbare Möglichkeit, um mit deinem Baby in Kontakt zu treten. Über die Berührung und die folgenden Reaktionen deines Babys lernst du es kennen. Sie ist Möglichkeit des Austausches und der (körperlichen) Verbindung.

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Auch bei der Windelfrei-Methode lernst du dein Baby kennen und gehst in einen Austausch mit ihm.

Der Austausch findet bei Beidem hauptsächlich über die körperliche Ebene statt, weniger über wirkliche Laute, geschweige denn über richtige Worte. Wir lernen uns aufeinander einzulassen und die Körpersignale unseres Babys zu lesen. Wie oft höre ich: "Wenn ich doch nur wüsste, was mein Baby mir sagen möchte." Klar, Babys können noch nicht sprechen im klassischen Sinne, doch sie sprechen durch ihren Körper.

Um die Ausscheidungssignale eines Babys kennenzulernen eignet es sich, wenn es einige Zeit nackt verbringt, damit du als Mama oder Papa noch gezielter darauf achten kannst und auch Ausscheidungen direkt bemerkst. Gezieltes Anspannen des Bauches, Veränderungen bei den Genitalien, Anziehen der Beine oder Unruhe können dadurch schneller bemerkt bzw. besser zugeordnet werden.

Auch beim Massieren bekommst du ein direktes Feeback bei den Berührungen über die Muskelspannung, über Wohlfühlen oder auch Unwohlsein. Dein Baby zeigt dir, was es mag und was nicht. Das kann sich im Laufe der Zeit auch immer mal wieder ändern. Wenn dein Baby sich bereits drehen kann, mag es jetzt vielleicht lieber den Rücken massiert bekommen als vorher den Bauch.

So ist es auch bei Windelfrei. Gerade wenn du denkst, dass du alles bei deinem Baby verstanden hast und ihr ein super Team seid, kann sich etwas verändern, sodass dein Baby jetzt vielleicht eine andere Abhalteposition bevorzugt oder sich der Ausscheiderhythmus ändert.

Hast du Angst, dein Baby würde dich bei der Massage anpinkeln? Wenn dein Baby es gewohnt ist, dass du auf seine Ausscheidungssignale reagierst, wird es auch beim Massieren zeigen, wenn es mal muss, sodass du es rechtzeitig abhalten kannst. Nackt ist es auch noch einfacher die Signale zu erkennen.

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Babymassage und Windelfrei sind tolle Möglichkeiten, um in einen innigen und tiefen Kontakt mit deinem Baby zu kommen. Es schafft eine starke Bindung zwischen dir und deinem Baby - ganz ohne Druck und Stress. Beides beinhaltet Kommunikation, die sich nicht (nur) auf verbaler Ebene äußert.

Die beiden Bereiche haben jedoch auch noch weitere Gemeinsamkeiten. Beide können eine natürliche Unterstützung und Hilfe bei Koliken, Bauchschmerzen oder Verstopfung sein. Durch eine spezielle Bauchmassage können die Bewegungen des Darms gezielt unterstützt werden. Ebenso wie bei der angehockten Abhalteposition. Bei windelfreien Babys entstehen zudem deutlich weniger Probleme damit, ebenso wie mit Verstopfung.

Du siehst, Babymassage und Windelfrei passen nicht nur gut zusammen, sie haben auch einige Gemeinsamkeiten.

Janina Pohle hat zum Thema Windelfrei und Babymassage gleich zwei Expertinnen gefunden. Anna Bogner-Gombotz von kleinesnest.at berichtet über die Zusammenhänge zwischen den beiden Bereichen, sowie Babymassage bei Koliken. Ingrid Holscher von windelfrei-hamburg.de berichtet über die Fußreflexzonenmassage, welche in Bezug auf Ausscheidung und Verdauung von Bedeutung ist.

Windelfrei & Stoffwindeln

Ein Baby mit Stoffwindel.

Stoffwindeln und Windelfrei - das widerspricht sich doch! Oder etwa nicht?

Zunächst einmal ist der Begriff "Windelfrei" etwas irreführend. Andere Begriffe dafür wären im Englischen Elimination Communication, kurz EC, oder eben in deutsch Ausscheidungs(bedürfnis-)kommunikation. Es geht dabei nämlich viel mehr um den Austausch miteinander und dadurch um die Bindung und die Beziehung.

Windelfrei hat viele verschiedene Facetten und heißt eben nicht zwangsläufig, dass ein Baby gar keine Windel tragen darf. Mit starren Regeln hat es ohnehin nichts zu tun.

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Du fühlst dich unsicher und gestresst, wenn dein Baby gar keine Windel trägt? Du hast vielleicht ständig die Befürchtung, dass es irgendwohin pinkeln könnte? Dann ist wahrscheinlich ein Backup das Richtige für euch. Ein Backup ist eine Sicherheit, falls doch mal was daneben geht. Auch hier gibt es dann wieder verschiedenste Varianten von Trainerhöschen, einer einfachen Einlage, Stoffwindeln oder eben auch Wegwerfwindeln.

Stoffwindeln und Windelfrei passen vom Ansatz her dabei gut zusammen.

Bei Stoffwindeln bekommt dein Baby durch die Nässe ein direktes Feedback über seine Ausscheidungen, genau wie es auch wäre, wenn es kein Backup tragen würde. Nur dass du hierbei eben keine Nässe außerhalb hast. Die meisten Babys werden spätestens an diesem Punkt unruhig und fangen an sich zu beschweren, weil sie nicht in ihren Ausscheidungen sitzen oder liegen möchten.

Ein weiterer Vorteil von Stoffwindeln im Vergleich zu Wegwerfwindeln als Backup ist, dass sie individuell zusammengestellt und angepasst werden können. Du hast dabei sowohl die Wahl in Bezug auf die Materialien, als auch über System und Dicke der Windel.

Was du dabei bevorzugst, ist ganz individuell. Vielleicht magst du spezielle Abhaltewindeln, die eine Art Bauchband haben und nur nach hinten geklappt werden. Vielleicht magst du Klett als Verschluss lieber oder auch Druckknöpfe. Vielleicht magst du lieber eine einteilige Windel, vielleicht auch lieber ein mehrteiliges System.

Viele Eltern nutzen nur dünne Einlagen (evtl. mit Nässeschutz), da sie ohnehin regelmäßig abhalten und durch die Einlage einmal Pipi oder im Zweifelsfall auch Kacka aufgefangen werden könnte.

Ich habe oben schon geschrieben, dass Windelfrei viele Facetten hat. Vielleicht ist es dir zu stressig, nachts oder unterwegs abzuhalten, auch dann eignen sich Stoffwindeln super als Ergänzung. Hier kannst du, wenn du möchtest, eine Wickelvariante mit mehr Saugkraft wählen.

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Wenn du vielleicht bisher mit (Stoff-)Windeln wickelst, kannst du bspw. beim Wickeln oder nach dem Aufwachen dein Baby über eine Schüssel, das Waschbecken oder Toilette abhalten, sodass es die Möglichkeit hat, auszuscheiden. Mehr über den einfachen Windelfreistart erfährst du in einer Windelfreiberatung, Workshops oder einem speziellen (Online-)Kurs. Oder eben auch im Austausch mit anderen Windelfrei-Eltern oder durch entsprechende Artikel oder Bücher.

Wie du siehst, widersprechen sich Stoffwindeln und Windelfrei nicht, sondern passen sogar wunderbar zusammen.

Die Organisatorin der Internationalen Windelfreiwoche Janina Pohle hat zum Thema Stoffwindeln und Windelfrei Fee Ronja Schineis-Brönner von www.diewölfin.de befragt. Fee berichtet über die Vorteile von Stoffwindeln als Backup mit verschiedenen Systemen.

Windelfrei & Stillen

Ein Baby wird gestillt.

Stillen ist die natürliche Ernährung eines Säuglings. Genauso wie Windelfrei eigentlich Teil der natürlichen Säuglingspflege ist. Nicola Schmidt, die das Artgerecht-Projekt gegründet hat, beschreibt beides als wichtige Bausteine der artgerechten Babyzeit.

Nun ja, was oben rein kommt, hier also durch das Stillen, muss unten auch wieder raus, beim Abhalten wahrscheinlich in eine Schüssel, das Waschbecken oder die Toilette.

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Muttermilch hat die optimale Zusammensetzung für alle Bedürfnisse eines Babys. Genaueres über die Inhaltsstoffe der Muttermilch kannst du mehr in meinem Artikel Die wunderbare Zusammensetzung der Muttermilch nachlesen. Muttermilch ist leicht verdaulich, passiert den Magen und Darm relativ schnell und alles, was nicht vom Körper aufgenommen wurde, wird anschließend wieder ausgeschieden.

Während der Stuhlgang des Säuglings in den ersten Wochen noch sehr regelmäßig ist, variiert der Stuhlausscheidungsrhythmus später sehr stark von mehrmals täglich bis zu einmal alle 14 Tage. All das ist normal bei ausschließlich gestillten Babys. Auch der Ausscheidungsrhythmus von Urin verändert sich im Laufe der Zeit mit dem Wachstum der Blase.

Babys scheiden in der ersten Zeit häufig beim Stillen oder direkt danach aus.

Du fragst dich jetzt vielleicht, wie du denn gleichzeitig Abhalten und Stillen sollst? Das geht!

Wenn du dein Baby in der Wiegehaltung stillst, kannst du einfach ein kleines Töpfchen oder eine Schüssel unter seinen Po halten, sodass es beim Stillen ausscheiden kann. Nach einiger Zeit bemerkst du wahrscheinlich, dass dein Baby nicht mehr direkt beim Stillen, sondern mit einem (kurzen) zeitlichen Abstand danach ausscheidet. Dieser Rhythmus verändert sich immer mal wieder im Laufe der Zeit.

Beim Stillen bemerkst du möglicherweise, dass dein Baby häufig an- und abdockt, dass es unruhig ist, sich nicht auf das Saugen konzentrieren kann oder den Bauch anspannt. Wahrscheinlich muss es jetzt ausscheiden. Dafür kannst du es, wie oben beschrieben, einfach abhalten. Auch andere Abhaltepositionen sind möglich. Wichtig ist, dass du dein Baby immer gut hälst und ausreichend stützt.

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Die Priorität liegt für mich jedoch immer erst auf einer funktionierenden Stillbeziehung. Wenn du und dein Baby noch unsicher beim Stillen selbst seid, würde ich erstmal in anderen Situationen anfangen mit Windelfrei bis du beim Stillen wirklich soweit sicher bist, um dabei abzuhalten.

Wenn du über das Thema Wickeln sprichst oder auch dazu liest, kommt irgendwann wahrscheinlich die Sprache auf einen wunden Po. Dies kann verschiedene Ursachen haben wie bspw. seltenes Wickelintervall oder Allergien. Beim Abhalten kommt dein Baby im Optimalfall gar nicht groß in Berührung mit seinen Ausscheidungen und wird dadurch nicht wund.

Was zunächst etwas schwierig für mich war, in einem Zusammenhang zu bringen, konnte ich jetzt nun (hoffentlich) doch ganz gut beschreiben. Stillen und Windelfrei sind nämlich beides Teile des natürlichen, artgerechten Umgangs mit Säuglingen.

Griseldis Burger von windelfrei-frankfurt.de berichtet Janina Pohle von dem Zusammenhang von Stillen und Windelfrei. Es geht um Ausscheidesignale beim Stillen, das Abhalten beim Stillen und um die Frage: Wie fange ich mit Windelfrei an.

Windelfrei & Tragen

Ein Baby wird getragen.

Den Zusammenhang zwischen Windelfrei und Tragen habe ich bereits in meinem Artikel Windelfrei tragen" mit meinen Erfahrungen beschrieben. Dennoch möchte ich hier noch einmal die, aus meiner Sicht, wichtigsten Aspekte beschreiben.

Manchmal werde ich gefragt, ob ich denn nicht ständig nass werde, wenn ich mein Baby ohne Windel im Tuch oder in einer Tragehilfe trage. Wie ich im Absatz zu den Stoffwindeln bereits geschrieben habe, widersprechen sich Windeln und Windelfrei nicht unbedingt.

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Doch gerade beim Tragen kannst du die Signale deines Babys sehr leicht bemerken. Du erkennst, wenn dein Baby den Bauch anspannt oder unruhig wird, kannst es aus dem Tuch oder der Trage herausnehmen und abhalten. Das Baby hat das innere Bedürfnis sich selbst und auch seine Mitmenschen sauber zu halten und scheidet daher nur im Notfall beim Tragen aus. Babys, die es nicht gewohnt sind, abgehalten zu werden, gewöhnen sich an das Ausscheiden in Windeln und signalisieren dadurch übrigens deutlich weniger.

Wenn dein Baby beim Tragen eingeschlafen ist, würde ich es in jedem Fall nach dem Aufwachen abhalten. Das ist eine Standardsituation, die so gut wie immer funktioniert.

Beim windelfreien Tragen würde ich empfehlen eine Tragemöglichkeit zu wählen, mit der du dein Baby schnell und leicht herausnehmen kannst, wenn es mal muss. Wenn dein Baby dabei keine Windel anhat, möchtest du vielleicht ein Baumwolltuch oder eine Mullwindel zwischen euch legen, damit du im Zweifelsfall nicht nass wirst.

Für eventuelle "Unfälle" empfehle ich leicht waschbare Materialien wie Baumwolle, sodass du auch deswegen nicht angespannt sein musst.

Wie immer gilt jedoch auch beim windelfreien Tragen: Kein Stress, kein Druck! Falls du angespannt bist, wenn dein Baby im Tuch keine Windel trägt, kannst du einfach ein Backup nutzen.

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Vielleicht fragst du dich auch, was passiert, wenn dein Baby in der Trage ist, du spazieren gehst und es unterwegs mal muss? Mit der Zeit lernst du auch unterwegs schnell passende Abhalteorte zu finden. In der Natur ist es meistens sehr einfach, in der Stadt ist es zunächst etwas umständlicher. Doch auch hier wirst du Möglichkeiten finden. Für den "Notfall" würde ich empfehlen eine Mullwindel oder ein anderes saugendes Tuch mitzunehmen, sodass dein Baby im Zweifelsfall darauf ausscheiden kann. In einem kleinen Wetbag kannst du es mitnehmen, ohne dass deine Tasche nass oder dreckig wird.

Windelfrei und Tragen passt also super zusammen und gerade beim Tragen ist es oft noch einfacher die Signale deines Babys zu erkennen.

Janina Pohle hat zum Thema Windelfrei und Tragen Christa Birmili (mami-coach.at) befragt. Sie berichtet im Video, wie ein Baby beim Tragen signalisiert und wie ich Windelfrei ganz leicht mit dem Tragen kombinieren kann.

Windelfrei & Babyschlaf

Ein schlafenes Baby.

Dein Baby tagsüber abzuhalten, Wenn es um das Thema Windelfrei geht, kannst du dir vielleicht vorstellen. Aber nachts? Pinkelt das Baby nicht einfach im Schlaf?

Nein, die allerwenigsten Babys pinkeln wirklich im Schlaf. Wie auch wir haben Babys verschiedene Schlafphasen. Die Schlafphasen sind bei Babys jedoch kürzer. Vielleicht kennst du die Frage aus deinem Umfeld: "Und, schläft dein Baby schon durch?", obwohl es vielleicht erst wenige Wochen alt ist. Es ist vollkommen normal und gut, dass Babys in den ersten Monaten und möglicherweise auch Jahren nicht "durchschlafen".

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Auch wir wachen nachts auf und vergewissern uns, dass alles in Ordnung ist. Im Unterschied zu unseren Babys schlafen wir meistens nur direkt wieder ein, sodass wir uns am nächsten Morgen gar nicht mehr daran erinnern können.

Dass Babys nachts häufig aufwachen, hat verschiedene Gründe. Ein Grund ist, dass Muttermilch so schnell verdaut wird, dass dein Baby einfach relativ schnell wieder Nachschub benötigt. Ein anderer Grund ist das innere Sicherheitsbedürfnis deines Babys. Es vergewissert sich, dass jemand in der Nähe und daher alles gut ist. Außerdem wacht ein Baby auf oder kommt in eine sehr leichte Schlafphase, wenn es ausscheiden muss.

Vielleicht hast du schon bemerkt, dass dein Baby zwischendurch im Schlaf unruhig wird, zappelt oder die Beine anzieht. Wahrscheinlich muss es jetzt ausscheiden. Auch nachts kannst du es dann einfach über eine Schüssel abhalten. Praktisch ist dabei, wenn dein Baby in deiner Nähe schläft, die Schüssel zum Abhalten griffbereit steht und dein Baby "abhaltefreundliche" Schlafkleidung trägt.

Aber wird mein Baby dann nicht erst richtig wach? Die meisten Babys schlafen nach dem Abhalten ganz entspannt weiter (sofern sie keinen Hunger oder Durst haben). Oft ist Windelfrei nachts sogar einfacher als tagsüber, weil die Signale leichter verstanden werden.

Aber auch hier gilt: Kein Zwang, kein Druck und kein Stress! Du musst dein Baby nicht nachts abhalten, wenn es dich komplett wach macht und du nicht ausreichend Schlaf dadurch bekommst. Nichts muss, alles kann. Vielleicht magst du es einfach mal ausprobieren und stellst fest, dass das ja doch gar nicht so kompliziert ist.

Der Ausscheidungsrhythmus nachts verändert sich übrigens mit zunehmendem Alter des Babys. Während es kurz nach der Geburt auch nachts noch häufig ausscheiden muss, wird es mit der Zeit immer seltener. Gerade anfangs muss das Baby auch erst einen Tag-Nacht-Rhythmus entwickelt.

Dass Babys nachts seltener ausscheiden müssen als tagsüber, genau wie wir ja übrigens auch, hängt mit den Hormonen zusammen. Dadurch wird dem Urin Wasser entzogen und er wird konzentrierter. Daher ist dieser morgens in der Regel dunkler.

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Du siehst, auch nachts bzw. allgemein im Zusammenhang mit dem Schlaf kann abgehalten werden. Mach es dir dafür so einfach und so stressfrei wie möglich. Wenn du merkst, dass Windelfrei nachts nicht zu euch passt und du dafür lieber eine Windel verwenden möchtest, ist das auch vollkommen in Ordnung.

Zum Thema Windelfrei und Babyschlaf erzählt Katarina Labudova über das nächtliche Abhalten und Ausscheidungsrhythmen nachts. Außerdem hat sie ein paar Tipps für Windelfrei nachts für dich.

Windelfrei & Bewegungsentwicklung

Ein sich streckendes Baby.

Vielleicht kennst du die Situation, dass dein Baby gerade nackt ist und schon dreht es sich das erste mal. Oder es setzt sich hin. Oder nimmt die Füße in den Mund. Oder oder oder. Mir würden noch viele Beispiele mehr einfallen.

Und diese Beispiele zeigen ganz schnell und eindrucksvoll, was passiert wenn Babys keine Windeln tragen: Sie entfalten ihr gesamtes Potenzial in Bezug auf die Bewgungsentwicklung. Sie sind freier in ihren Bewegungen, werden nicht durch Windeln eingeschränkt.

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Wenn du mal die Bewegungen deines Babys nackt mit den Bewegungen deines Babys mit einer Windel vergleichst, wird dir auffallen, dass es sich anders bewegt.

Ein anderer Punkt, der mir in Bezug auf Windelfrei und Bewegungsentwicklung einfällt, betrifft mobile Babys, die schon an Windelfrei gewöhnt sind. Wenn Babys also beginnen zu robben oder zu krabbeln, verändern sich nicht selten auch die Signale. Es kommt vielleicht zu dir oder bewegt sich in Richtung Bad oder Töpfchen, wenn es ausscheiden muss.

Wenn das Baby schließlich auch alleine sitzen kann, will es möglicherweise nicht mehr abgehalten werden im klassischen Sinne, sondern selbst auf dem Töpfchen sitzen. Es benötigt zwar noch Unterstützung beim Aus- und Anziehen, sowie beim Saubermachen, ist nun jedoch schon viel selbstständiger. Du solltest dein Baby dabei natürlich trotzdem nicht alleine lassen.

Dein Baby kann schon sitzen, möchte aber lieber abgehalten werden? Auch das ist normal, Babys sind eben, genau wie wir, unterschiedlich und haben verschiedene Vorlieben.

Wenn dein Baby Windeln trägt, hast du es höchstwahrscheinlich schon beobachtet nachdem es ausgeschieden hat. Wir können nämlich oft auch an der Bewegung erkennen, wenn es ausgeschieden hat. Babys mit einer "vollen" Windel bewegen sich anders, machen teilweise Ausgleichsbewegungen, um sich nicht zu beschmutzen.

Sind Babys und Kleinkinder bereits lange Zeit an Windeln gewöhnt, werden diese Anzeichen und Signale deutlich weniger, weil sie es nicht kennen, dass ihr Ausscheidungsbedürfnis erkannt wird. Die Kontrolle über die Schließmuskeln ist zwar bei Geburt schon vorhanden, reift jedoch in den nächsten Monaten und Jahren noch weiter aus. Dies fehlt, wenn Babys sich an Windeln gewöhnen.

Das heißt jedoch nicht, dass du unbedingt bei der Geburt mit Windelfrei starten musst. Es gibt immer wieder Zeitfenster, die sich gut für einen Windelfrei-Start eignen. Auch jeder andere Zeitpunkt kann gewählt werden, dann bedarf es nur wahrscheinlich mehr Geduld.

Auch wenn Babys bereits an die Ausscheidungskommunikation gewöhnt sind, kann es immer mal Phasen geben, in denen das Abhalten schwierig ist, in denen dein Baby wenig signalisiert und vermehrt "Unfälle" passieren. Häufig hängen diese Phasen mit Entwicklungsschritten deines Babys zusammen. Wenn es gerade lernt, sich zu drehen, zu krabbeln oder zu laufen, ist es gerade mehr damit, in diesem Beispiel der Bewegungsentwicklung, beschäftigt.

Wenn du noch mehr über die Bewegungsentwicklung im Allgemeinen erfahren möchtest, kannst du auch gerne meinen Artikel Aspekte kindlicher Entwicklung - Bewegung lesen.

Wie du siehst, wirkt sich Windelfrei sogar positiv auf die Bewegungsentwicklung deines Babys aus. Dafür muss dein Baby gar nicht immer ohne Windel sein. Wenn ihr euch als Team mit dem Abhalten eingespielt habt, wirst du merken, dass die Windel immer öfter trocken ist und kannst sie in solchen Phasen einfach weglassen, wenn du dich dadurch nicht gestresst fühlst. Möglicherweise kommt immer wieder noch einmal eine Phase mit mehr "Unfällen", doch das heißt nur, dass sich etwas verändert hat.

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Janine Pohle hat zum Thema Bewegungsentwicklung und Windelfrei verschiedene Fragen an Liane Emmersberger gestellt. Dabei geht es insbesondere um Kinästhetik Infant Handlung und damit das achtsame Abhalten, welches an den aktuellen Entwicklsstand des Babys angepasst ist.

Windelfrei & Sprache und Gebärden

Ein in die Kamera schauendes Baby.

In Zusammenhang mit Sprache und Gebärden ist das Thema Windelfrei wohl das, was mir am schwierigsten fällt. Wir nutzen selbst im Alltag sehr wenige Gebärden, meine Tochter kann noch nicht sprechen im klassischen Sinne und bei meinem Sohn haben wir erst sehr spät mit Windelfrei begonnen. Auch in der Literatur gibt es verhältnismäßig wenig Informationen hierzu.

Nachdem ich das Buch "BabySignal" von Wiebke Gericke gelesen hatte, dachte ich mir, dass das doch super für Windelfrei sei. Gebärden sind als eine eigene Sprache zu sehen, mit der sich Babys und Kleinkinder schon sehr viel früher äußern und verständigen können, als mit der gesprochenen Sprache.

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Wer früh mit den Gebärden beginnt, wird nach einigen Monaten möglicherweise beim Baby erste Ansätze eigener Gebärden erkennen. Diese sind wahrscheinlich noch nicht so deutlich, einfach weil die Handbewegungen noch nicht so fein und koordiniert sind, wie es bei uns ist. Mit der Zeit wirst du aber lernen, auch diese Bewegungen zu erkennen, denn sie unterscheiden sich von "spielenden" Handbewegungen.

Es gibt in der Gebärdensprache eigene Zeichen für die Ausscheidungen. Nach Bedarf kann dabei bspw. die Gebärde für Klo oder tatsächlich auch für Pipi und Kacka gewählt und mit dem Baby geübt werden. Wichtig ist dabei, ohne Erwartungen an das Ganze heranzugehen. Wenn du es als spielerische Ergänzung deiner Kommunikation siehst, ohne dass du erwartest, dass dein Kind am nächsten Tag die gleichen Gebärden zeigt, wenn es dieses Bedürfnis hat, wird es stressfrei für euch.

Anfangs nutzen fast alle Eltern einen Signallaut beim Ausscheiden, sodass das Baby die Situation wiedererkennt und dabei leichter loslassen kann. Dieser Laut kann "Pssss" oder "Psssccchh" sein oder aber auch ein Wort wie eben "Pipi" oder "Kacka".

Manchmal übernehmen die Babys diese Laute, wenn sie größer werden, sodass du auch daran erkennen kannst, wenn es ausscheiden muss. Andere Babys entwickelt eigene Laute, die sie immer machen, wenn sie ausscheiden müssen.

Je mehr das Baby bzw. Kleinkind dann auch selbst Worte sagt, wird es vielleicht die Worte für die Ausscheidungen nutzen, um auf seine Bedürfnisse aufmerksam zu machen.

Wie du siehst, können gerade Gebärden die Windelfrei-Methode sehr bereichern und unterstützen. Mit den Gebärden kann dein Kind womöglich sehr viel früher ganz gezielt auf seine Ausscheidungsbedürfnisse aufmerksam machen, ohne dass es anderweitig signalisieren müsste.

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So, das waren sie, die Themen zur diesjährigen Internationalen Windelfreiwoche, die Janina von Leonina frei & geborgen sich überlegt hat. Es waren spannende Themen und teilweise musste ich wirklich etwas nachdenken. Ich habe mich auch sehr über die Videos gefreut, die im Zuge dessen gedreht wurden. Vielen Dank für den Input!

Ich hoffe, ich konnte auch dir ein paar Anregungen und neue Informationen geben. Wenn du Fragen oder Anregungen hast, melde dich gerne bei mir oder schreib mir ein Kommentar.

Zum Thema Sprache und Gebärden in Bezug auf Windelfrei hat Janina Pohle wieder zwei Expertinnen befragt. Marta Gal von purabebo.com erzählt von der Kommunikation bei Windelfrei mit Lauten schon in der Säuglingszeit. Wiebbke Gericke, die Gründerin von babySignal, berichtet über die Bedeutung von Gebärden im Bezug auf Windelfrei.

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